Chiles Süden

Wie erwartet bietet der Grenzübertritt nach Chile keine Probleme. Allerdings kostet uns unsere Nachlässigkeit ein angeschnittenes Stück Käse und ein angefangenes Glas Honig. Der sehr nette Zöllner entschuldigt sich fast dafür, dass er uns die Sachen wegnehmen muss und gibt uns, als kleinen Trost, grossartige Tipps für unsere Weiterreise.  So schön kann es sein vom Zoll ‚erwischt’ zu werden.

In Chile Chico werden die Vorräte wieder aufgefüllt. Kurz danach sind wir schon auf der – laut Reiseführer – schönsten Strasse Chiles. Immer dem See entlang, der in Argentinien Lago Buenos Aires und hier in Chile Lago General Carrera heisst, windet sich die Naturstrasse an den Berghängen entlang. Immer mit dem Blick auf die schneebedeckten Anden. Bis zum nächsten grösseren Ort, Cocrane, sind es gerade mal 188 km auf der sehr gut präparierten Naturstrasse. Ein Klacks, wären da nicht die Oldies unterwegs die einfach bei jedem Highlight anhalten müssen. Und davon gibt’s so viele, dass wir gerade mal einen Drittel schaffen. Nun, die Natur hier bietet nicht das Problem einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Das Problem ist höchstens: Welcher ist der Schönste und Windgeschützteste?

 

Erst um die Mittagszeit verlassen wir heute, am zweiten Tag, die Strasse die uns am Lago General Carrera entlang gelotst hat. Der Reiseführer hat nicht zu viel versprochen. Wir sind auch diesen Morgen von einem ooohhhh ins nächste aaahhhh und von einem; komm hier ist es so schön, zum nächsten hier bleiben wir, gefahren. Bis auf ein kurzes Teilstück schlängelt sich die Piste den Felsen und Hängen entlang. Manchmal ist sie so schmal, dass man betet es möge kein Auto entgegenkommen. Was eigentlich unnötig ist, weil es eh kaum Verkehr hat. Immer ist der Blick in die Anden grossartig. Manchmal ist die Landschaft lieblich, dann wieder rau  und gefährlich. Einige zertrümmerte Leitplanken, durchschlagene Schutzmauern und Steine auf der Strasse warnen eindrücklich, dass man in dieser Region besser weiter fährt. Sturzbäche haben tiefe Schlunde in die Steilwände gefressen und mit dem mitgeführten Schutt ein Delta gebildet das frech dem See seine Landzunge herausstreckt. Bis zum nächsten Gewitter wird er sich das wohl oder übel gefallen lassen müssen. Aber nicht immer schafft der See die Rückeroberung. An diesen Stellen haben Campesinos ihr Haus in die fruchtbare Ebene gebaut. Immer mal wieder begegnen sie uns, mit Ross und Hunden unterwegs, um nach dem freilaufenden Vieh zu schauen.

Am Lago Bertrand fahren wir in die Carretera Austral ein. Sein türkisblaues Wasser schiesst mit Wucht in den Rio Baker, der eindrücklich zeigt, warum er gerne zum River Rafting benutzt wird. Bei einer Landzunge hat sich ein ruhiger Seitenarm gebildet, an dem wir einfach nicht vorbei kommen.

 

Nach drei Tagen haben wir nun Cocrane erreicht. Vorher haben wir den Nationalpark Chacabuco besucht und sind über viele kleinere Pässe in immer neue Täler und fast bis zur Argentinischen Grenze vorgedrungen. Immer gut beobachtet von Guanakos die hier in grossen Herden unterwegs sind.

Cocrane ist ein kleiner aber wichtiger Versorgungsort für die hier lebenden Menschen. Interessant ist der Kolonialwarenladen. In ihm findet sich einfach alles friedlich nebeneinander was man sich nur vorstellen kann. Alles was man zum Bauen und Handwerken braucht liegt friedlich ausgebreitet neben Esswaren. Holzkochherde mit den Eisenringlöchern neben Laptop. Alltagskleider neben Trophäen und Pflegeartikel. Gusseisenöfen neben Stiefel und Frischfleisch. Ein Sammelsurium von unglaublicher Vielfalt und alles in einem grossen Raum untergebracht. Hier einzukaufen fordert viel Disziplin, weil man immer wieder staunend rufen möchte: „ Schau mal, hast du das schon gesehen“?  Trotz Laptop und Notebook in der Auslage wird das Suchen nach einem Internetanschluss zu einem Spaziergang durch den ganzen Ort. Wegen meinem immer noch schmerzenden Knie gehe ich zum Camper zurück und schreibe an diesem Bericht. Hanspeter ist immer noch auf der hoffentlich erfolgreichen Suche.

In der Gemeindebibliothek durfte er gratis den Computer nutzen. Ausserdem hat er eine Einladung vom Bürgermeister mitgebracht. Morgen wird hier der 56. Jahrestag der Gemeindegründung gefeiert.

 

In der Nacht hat es geregnet, aber pünktlich zum Fest scheint wieder die Sonne. Zuerst marschiert die Militärmusik auf, begleitet von der Polizeitruppe. Die Bürgermeisterin geht die Ehrenkompanie ab und dann folgen die üblichen Reden bis endlich der gemütliche Teil beginnt mit Volksmusik, Gesang und dem Volkstanz Cuequa. Abgeschlossen wird das ganze mit einer Parade an dem das Feuerwehrauto, das Polizeiauto, flankiert von den beiden Polizeimotorrädern, unter stolzem Applaus vorbeifahren. Gefolgt werden sie von der Jungmannschaft. Angefangen von den ganz Kleinen die noch von den Müttern getragen werden. Dann über die Kindergärtner bis hin zu den Grossen die schon auswärts zur Schule gehen. Ausserdem präsentieren sich der Tauchklub, die edlen Rennpferde und die stolzen Gründerfamilien und die Vagueros.

Fast hätte ich etwas vergessen. Gestern haben wir eine ältere Frau um den Weg gefragt. Sie entschuldigte sich, weil sie auch das erste Mal hier sei, könne sie uns nicht helfen. Heute nun wurden zwei Pioniersfrauen geehrt. Eine davon war ‚unsere’ Señora von gestern. Sie kam als junge Frau hierher. Hat mit ihrem Mann das Land gerodet und 10 Kinder gross gezogen. Inzwischen ist sie stolze Gross- und Urgrossmutter von einer ansehnlichen Kinderschar. Was mich sehr beeindruckt, ist, dass diese kleine drahtige Frau mit ihren tiefen Spuren im Gesicht und den rauen Händen vor 56 Jahren hier ankam um mit ihrem Mann das Land urbar zu machen. Gestern nun kam sie zum ersten Mal ins Dorf, das es bei ihrer Ankunft noch gar nicht gab. Das sind Frauen, die eine Ehrung und alle Hochachtung wirklich verdient haben.

 

Das Wetter bleibt unbeständig. Deutlich ist hier so tief im Süden der kommende Herbst zu spüren. Trotzdem wollen wir weiter südlich fahren um Caleta Tortel zu besuchen. Nach etwa 100 Kilometer geht die Piste von der Carretera Austral ab. Wir fahren durch ein wildes Land in dem immer wieder einzelne Fundos – wie hier die Kleinbauernhöfe heissen – zu sehen sind. Mit viel Mühe wird dem Urwald und den Sumpfgebieten Land abgetrotzt, um einige Schafe, Rinder und Federvieh halten zu können. Der Rio Baker,  den wir seit seinem Quellsee begleiten ist hier zum trägen breiten Strom geworden. Längst hat er seine unschuldige Farbe verloren. Zu oft hat er sich mit allen möglichen Wassern vereint. Auf seinem Weg wechselte er vom leuchtenden Türkisblau zur weissblauen Sedimentfarbe und über das undefinierbare Grau zum Braun der Urwald- und Sumpfböden mit dem dunklen taninhaltigen Wasser. Hier in Caleta Tortel vereint er sich mit dem Pazifik der seinen Arm tief ins Land hineinstreckt. Von diesem Ort gibt es keinen anderen Landanschluss als den Weg den wir gekommen sind. Ab hier ist Chile ein Land der tausend Inseln.

 

Auch am zweiten Tag unseres hier seins bleibt der Himmel stark bewölkt. Das heisst, es sind vor allem die Nebelschwaden die sich an den Berghängen festsaugen. Als wollten sie auf ihre kleinen Brüder warten die aus den Kaminen hochsteigen. Das kleine Dorf steht auf einer Felsnase die in den Meeresarm ragt. Trotzdem ist der ganze Untergrund ein einziges Sumpfgebiet. So bleibt den Bewohnern nichts anderes übrig als die Häuser auf Stelzen zu bauen. Verbunden sind sie mit Holzstegen. Das heisst, dass die Autos nur bis zum Parkplatz am Dorfrand fahren können. Ab hier muss alles Treppauf und Treppab getragen werden. Ein richtiges Pfahlbauerndorf das durch seine einmalige Konstruktion und die vielen bunten Holzhäuschen ins Auge sticht. Nur in den Monaten Dezember und Januar ist Touristensaison. Da werden auch mehrtägige Bootstouren zu den Gletschern angeboten. Auf einer der Plazas, natürlich sind auch sie als überdachte Erweiterungen der Stege auf Stelzen gebaut, wird Hanspeter eingeladen sich hier nieder zu lassen. Man würde sich über jeden neuen Bürger freuen. Wir entschliessen uns dann doch lieber nordwärts zu fahren. Langsam reisst der Himmel auf und manchmal findet uns die Sonne wieder. Einige kurze Momente erlauben uns die umliegenden Berge einen Blick auf ihre Gletscher und – von dem immer wiederkehrenden Regen – rauschen in jeder Schrunde die Sturzbäche ins Tal.

Bei trockenem Wetter und bereits wieder staubigen Strassen erreichen wir erneut Cocrane. Hier decken wir uns mit allem nötigen ein und fahren weiter zum nahen Nationalpark Tamango. Hier leben noch die seltenen Andenhirsche. Vielleicht haben wir ja Wetter- und ‚Jagdglück’?

 

Nach einer regnerischen Nacht hat es so weit aufgehellt, dass wir uns auf den 3,2 km langen Wanderweg machen um auf die Pirsch zu gehen. Schon nach kurzer Zeit zwingt mich mein Knie zur Umkehr. Also schultert Hanspeter die Fotoapparate und verspricht mir schöne Bilder mitzubringen. Unmutig lungere ich beim Auto herum, lese, schreibe, spaziere, bis ich am Nachmittag beschliesse Hanspeter langsam entgegen zu gehen. Das Hinaufkraxeln geht recht gut. Aber bei jeder Schwierigkeit suche ich mir sorgfältig eine Möglichkeit nach dem sicheren Rückweg der mein Knie nicht zu sehr belastet. Wohl durch diese erzwungene Langsamkeit sehe ich nach etwa 600 Metern einen Andenhirsch der mich noch nicht entdeckt hat! Langsam äsend kommt er auf mich zu und klettert dabei auf einen Felskopf. Jetzt hat er mich entdeckt! Beide stehen wir da und beobachten uns bewegungslos. Wenn doch nur Hanspeter mit der Kamera hier wäre! Die Hirschkuh taxiert mich als ungefährlich und geht ohne Hast vom Felskopf runter in einen kleinen Taleinschnitt. Eben jetzt taucht Hanspeter auf der gegenüber liegenden Seite auf. Ich winke ihm zu. In dem Moment hebt das Tier den Kopf, ich bewege mich nicht mehr. Hanspeter winkt zurück – und geht weiter. Das Wildtier steigt weiter in die Senke ab und verschwindet aus meinem Blick. Sofort gebe ich Hanspeter ein Zeichen – aber auch er ist jetzt hinter dem Felskopf verschwunden. Ich gehe ihm vorsichtig einige Schritte entgegen – und da taucht die Hirschkuh vor mir auf! Sie steht, die Bequemlichkeit des Wanderweges nutzend, keine drei Meter von mir entfernt. Eher mit verwunderten als verängstigten Augen beobachtet sie mich. Ohne mich zu bewegen sehe ich Hanspeter unten zwischen den Bäumen auftauchen. Jetzt hat auch er das Wild gesehen und geht in ‚Schussstellung’. Ich werde immer noch als ungefährlich eingestuft und ganz langsam bewegt sich das wunderschöne Tier weiter an mir vorbei, immer nach etwas gutem zum futtern suchend. Hanspeter kommt vorsichtig zu mir hoch und gemeinsam mit der Hirschkuh gehen wir ein Stück auf dem Wanderweg. Immer wenn sie frisst bleiben wir stehen um sie nicht zu erschrecken. Sie geht voran und nur die nach hinten gedrehten Ohren zeigen ihre Wachsamkeit. Nach einer ganzen Weile steigt sie den Berghang hinauf, schaut noch einmal über einen Felskopf was wir machen und verschwindet dann wieder in den Schutz des Nationalparks. Wir beide sind sehr glücklich über dieses wunderbare Naturgeschenk. Haben wir doch nicht nur den sehr seltenen Andenhirsch gesehen. Er hat uns auch ein Stück Wegs begleitet!

 

Heute fahren wir auf der Carretera Austral weiter bis Tranquilo. Ein kurzer Abstecher gilt dem Puoerto Marmel. Mit einem kleinen Aluminiumboot fahren wir zu den Marmorgebilden. Grosse Blöcke sind vor Urzeiten von der Felswand abgebrochen und wurden so ausgewaschen, dass man zwischen ihren Säulen und Grotten durchschippern kann. Besonders eindrücklich in ihren Formen und Farben präsentieren sich die ‚Kapelle’ und die Kathedrale’. Das kleine Dorf Tranquilo bietet kleine Einkaufsmöglichkeiten, eine Tankstelle und eine Telefon- und Internetverbindung. Leider funktioniert das letztere heute nicht. So fahren wir schon bald weiter, tiefer in den Regenwald. Wir wollen Karin und Thomas besuchen. Sie haben, nur 44 km von hier, die kleine Hosteria Alacaluf aufgebaut mit dem Ziel, allen die sich durch den Regenwald zum Pazifik aufmachen, ein offenes Gasthaus anzubieten.

Wie wir ankommen sind schon die Schweizer Sophie und Thomas da. Ein ganzes Rudel Hunde und junge Katzen wollen begrüsst werden, bevor wir in der Stube mit warmen Hüttenfinken willkommen geheissen werden. Der frisch eingefeuerte Ofen, ein feines Znacht und viele herrliche Geschichten haben wesentlichen Anteil an unserem gemütlichen Zusammensein.

 

In der Nacht setzt ein heftiger Regen ein der uns 36 Stunden treu bleibt. Während eines kurzen Unterbruches fahren die beiden Berner zum nahen Gletscher und bringen von ihrer Wanderung ein grosses Stück Gletschereis. Um dieses gebührend zu ehren haben sie die ganze Zeit einen Flachmann mit Whiskey mitgeführt. „Es heisst, nur wer einen Whiskey mit dem 250 000 Jahre alten Gletschereis getrunken hat, ist wirklich in Patagonien gewesen“. Mit diesen Worten wird fröhlich eingeschenkt und die Köstlichkeit geteilt. Dann wird es aber schon wieder höchste Zeit in die warme Stube zu fliehen. Ein weiteres Paar aus Deutschland kommt noch in unsere gemütliche Runde und wieder lassen wir uns von Thomas einen feinen Eintopf servieren. Beim gute Nacht sagen verspricht er uns ein feines dunkles Brot zum Frühstück.

 

Am Morgen werden wir von schönstem Sonnenschein geweckt. So verabschieden wir uns nach dem feinen Frühstück voneinander. Wir wollen noch weiter im Regenwald in Richtung Pazifik fahren. Die grossartige Landschaft mit ihren Seen, Flüssen und Mooren im Tal und den Eisbergen der Anden lassen die Zeit vergessen. In die Wirklichkeit holt uns ein unangenehmes, aufdringliches ‚Kreischen’ aus dem Motorenraum. Ein Kontrollblick zeigt, dass der Keilriemen schleift. Der Grund ist die leckende Wasserpumpe. Wir sind ca. 300 Kilometer von Coyhaique entfernt, wo wir auf Hilfe hoffen können. Das bedeutet, dass wir unsere Weiterfahrt umplanen müssen. Den ganzen Weg zurück nach Puerto Tranquilo und von da auf der Carretera Austral zum neuen Ziel. Alle 50 Kilometer wird der Wasserstand im Kühler kontrolliert. Die Wanderung zum Gletscher des Berges San Valentin, das Wassertanken bei Thomas und das Auffüllen der Essensvorräte nehmen dann doch so viel Zeit in Anspruch, dass wir bis zum Abend nicht mal die Hälfte des Weges schaffen. Wir finden aber einen sicheren Schlafplatz etwas abseits der Strasse. Morgen ist auch noch ein Tag.

 

Bei schönem Wetter fahren wir weiter nach Coyhaique. Wir geniessen die schöne Landschaft mit ihren Schneebergen, smaragdgrünen Seen und grünen Tälern. Obwohl so manches Plätzchen zum Verweilen einlädt, fahren wir zügig durch um so schnell wie möglich eine Werkstatt zu finden.

Das Glück bleibt den Oldies treu. Es gibt tatsächlich eine Dodgevertretung hier – und sie haben sogar die passende Wasserpumpe! Weil der grosse Service auch fällig ist, wird auch der in Auftrag gegeben. Ausserdem hat der Keilriemen bedenklich gelitten und soll auch gleich ersetzt werden. Aber man soll nie zu übermütig werden. Weder können passende Kerzen noch der richtige Keilriemen aufgetrieben werden. Wir müssen uns entscheiden zwischen warten bis die entsprechende Bestellung hier ankommt, oder weiterfahren. In Puerto Montt gibt es zwei weitere Dodgevertretungen die uns eventuell weiterhelfen können. Der Werkstattchef meint, dass er es wagen würde, auch wenn wir den Landweg via Argentinien nehmen. Von hier könnten wir nur mit dem Fährschiff nach Puerto Montt gelangen. Das kostet aber einige hundert Franken. Im Norden ist, nach einem Vulkanausbruch vor zwei Jahren, immer noch kein Durchkommen. Wir entscheiden uns weiter zu fahren.

 

Schon bald lädt uns der Wasserfall der Jungfrau zu einer Gedenkminute bei der Statue der Muttergottes ein. Auf der Gebetstafel wird um Schutz und Begleitung für die Menschen in Not und Bedrängnis hingewiesen. Weil wir so oft auf unserer Reise diesen Schutz erleben durften, zünden wir gerne zum Dank eine Kerze an. Michele hat mir zur Weihnacht eine schön dekorierte Kerze geschenkt. Sie findet nun hier ihren Platz. Bei schönstem Wetter fahren wir weiter in die Andentäler und durch die Urwälder. Machen an glasklaren Seen Pause und bewundern die Schneeberge. So erreichen wir den Nationalpark Queulat. Wir freuen uns über die Blüten und Pflanzenvielfalt hier im Süden Chiles. Den kräftigen Farben der Wildblumen. Mannshohe Farne, die Südbuchen, die Araukarien und und und. Besonders angetan hat’s mir aber die Panguepflanze. Die Riesenrhabarber machen zum Teil so grosse Blätter, dass wir sie als Sonnenschirm nutzen könnten. Immer wieder halten wir an um zu geniessen und kleine Wanderungen zu Wasserfällen mitten im Urwalddickicht zu machen und die in der Sonne dampfenden Pfade lassen der Fantasie viel Freiheit. Eine Nische im dichten Bambusgestrüpp bietet unserem Schnüfeli den Luxus einer Naturgarage für die Nacht. Die Sonne lässt den Rio Pulena noch einmal glänzen, bevor sie sich hinter den Nebelwaldhügeln zur Ruhe legt.

 

Früh am Morgen steigen die Nebel an den Hängen hoch und erklären eindrücklich den spanischen Namen des Regenwaldes. Bosque de las Nubes – Wald der Wolken.

Eine kleine Hinweistafel am Wegesrand zeigt auf eine Quelle mit Mineralwasser. Eine willkommene Möglichkeit den Wassertank zu füllen.

Schon wieder werden wir durch ein Hinweisschild vom rechten Weg abgebracht. Eine Wanderung zu dem hängenden Gletscher lässt dann aber das unsichere Wetter doch nicht zu. Aber einige kürzere Wege im Park bieten viel Abwechslung. Wieder fallen uns die Vielfalt der Moose und Farne auf. Verschiedene Beeren laden zum Naschen ein. Seit wir Thomas besucht haben wissen wir vor allem die kleinen Früchte der wilden Fuchsie zu schätzen. Sie sind besonders gut, wenn sie prall wie ein Dattelkern sind und von der roten in die grüne Farbe gewechselt haben. Ein feiner Geschmack der an Kiwi erinnert. Wen wundert’s, dass wir kaum vom Fleck kommen? So ist es schon wieder Nachmittag wie wir im kleinen Ort Puyuhuapi ankommen. Dieser Weiler wurde von Sudetendeutschen gegründet. Hier wird immer noch deutsch gesprochen und viele der alten Häuser sind noch gut erhalten. Beim Tanken erfahren wir, dass die Teppichfabrik der Gründerfamilie Ludwig nur noch auf Bestellung arbeitet. Dann ruft der heutige Besitzer die Arbeiter zusammen um den Auftrag zu erfüllen.

Nach La Junta finden wir bei einer Familie den Platz für die Nacht.

 

Heute nehmen wir uns fest vor etwas zügiger zu fahren. Schon bald erreichen wir Villa Santa Lucia. Von hier geht’s rechts ab nach Argentinien. Wir wollen aber, nach dem Einkauf im ziemlich urig eingerichteten Dorfladen, auf der nördlichen Carretera weiter bis Chaiten. Das sind ja nur noch 76 Kilometer. Das ist auch auf einer Naturpiste gut zu schaffen. Wären wir nicht in dieser grandiosen Landschaft unterwegs. Denn schon nach nur 17 Kilometer glänzt der Yelcho-Gletscher von seinem Wolken verhangenen Bergbett. Er ist ein weiterer Vertreter der Hängegletscher dieser Region und auch wenn sich Wolken um ihn versammelt haben – das Wetter ist gut und der Weg zu ihm scheint nicht allzu weit. Vor allem gibt es keine steilen Aufstiege, was vielleicht auch mir den Fussmarsch dahin ermöglicht. Immerhin bin ich schon fast Schmerzfrei. Und schon wieder steht das Auto!

Hanspeter geht mit der Kamera los und ich zottle vorsichtig hinterher. Der Weg ist tatsächlich gar nicht anstrengend. Unter normalen, sprich gesunden, Verhältnissen würde er kaum bleibende Erinnerungen hervor rufen. Aber bei einer schmerzenden Behinderung bleibt dann doch mancher Stein, Wurzelstock und quer liegender Baumstamm im Gedächtnis haften. Etwa 500 Meter vor dem Ziel werden die Steinblöcke auf dem Weg zum unüberwindlichen Hindernis für mich. Ziemlich frustriert kehre ich um, werde von einem kleinen Vogel getröstet der sich mir ohne Scheu nähert und die Beeren der Fuchsie bringen den Blutzuckerspiegel wieder in Ordnung. Irgendwann hat mich Hanspeter auf dem Rückweg eingeholt. Er geht schneller weiter um das Nachtessen zu kochen. Ups, ist es denn schon wieder soo spät? Ziemlich müde komme ich beim Camper an und nach dem Essen kommen auch die Schmerzen wieder in alter Pracht zurück.

 

Nach einer schlechten Nacht und bei Regen fahren wir weiter nach Chaiten. Vor zwei Jahren ist hier der nahe Vulkan ausgebrochen und hat das Dorf mit einer drei Zentimeter dicken Ascheschicht zugedeckt. Viel schlimmere Verwüstungen hat die anschliessende Schlammlawine gebracht die durch den Ort gerollt ist. Bis heute sind ganze Quartiere verwüstet. Einzelne Schornsteine ragen aus dem Boden hervor. Ganze Häuser wurden verschoben und können nicht mehr bewohnt werden. Der Rio Yelcho fliesst immer noch unverbaut durch den Ort zum nahen Meer. Wir erleben, wie bei Regen das Wasser über das niedere Ufer tritt und das angrenzende Quartier überschwemmt. Unsere Wirtin meint dann auch deprimiert: „ Auch wenn uns alle vergessen haben, wir kämpfen weiter“. Das bisschen Unterstützung die sie von der Regierung erhalten haben wurde wegen des Erdbebens im Norden abgezogen. So sind die Menschen hier ganz auf sich alleine gestellt. Auch nach zwei Jahren funktioniert die Wasserversorgung noch nicht. Ein Lastwagen fährt mit einem grossen Wasserbehälter zu einer Quelle am Berghang. Mit einem Schlauch füllt der Fahrer den Tank und bringt das Wasser zu den Häusern. Ein Generator bringt den Menschen Strom ins Haus – Von 12.°°Uhr bis 15.°°Uhr und von 20.°°Uhr bis Mitternacht.

 

Es regnet auch am nächsten Tag fast ununterbrochen. Die lähmende Stimmung und die Trostlosigkeit werden noch durch die Geier auf den Strassenlampen und den Hausdächern unterstrichen. Noch einmal bestellen wir bei unserer Wirtin vom ‚ El Pudu’ ein Nachtessen. Wie gestern dürfen wir wählen zwischen Fisch oder Fleisch. Gegessen wird dann was auf den Tisch kommt. Es ist heiss und schmeckt.

 

Immer noch hängen die Wolken tief. Wir fahren zügig via Villa Santa Lucia und Furtaleufu zur argentinischen Grenze. Unterwegs findet uns die Sonne wieder und ein Regenbogen steigt aus dem Regenwald hoch. Wir sehen sogar wo er den Boden berührt. Wir gehen aber nicht buddeln. Der Schatz gehört den Naturgeistern. Sie haben uns auf unserer Reise so grosszügig beschenkt, dass ein Topf voll Gold ein schlechter Tausch wäre. Ohne grosse Zwischenfälle erreichen wir Trevelin.

 

Bei der allmorgendlichen Motorkontrolle sieht Hanspeter, dass der Wassertank im Kühler bedenklich leer ist. Hier kann uns aber nicht geholfen werden. Also beginnt die schon bekannte Prozedur des regelmässigen Kontrollierens und Nachfüllens des Kühlwassers. So bringt uns unser Schnüfeli wohlbehalten nach El Bolson. Im Camping der Bierbrauerei haben sie sogar eine Rampe. So kann Hanspeter unter dem Auto stehend den Fehler finden. Der Verbindungsschlauch von der Wasserpumpe zum Kühler wurde bei der letzten Reparatur verletzt. Was soll ich sagen? Es gibt hier ein Autoersatzteilgeschäft und die haben was wir brauchen! Das nenne ich ein echtes Ostergeschenk.

 

Via Bariloche und Villa la Angostura erreichen wir heute wieder die Chilenische Grenze. Nur 15 km danach haben wir am Rio Puyehue einen Schlafplatz gefunden.

 

Mit Entre Lagos haben wir den Ort erreicht, wo Hanspeter vor 40 Jahren eine Heimat fand. Bei der Suche nach ehemaligen Bekannten hält der braune VW-Bus von Gudrun und Volkmar hinter uns an. Die beiden Berliner sind auf eine Stippvisite von Bariloche nach Chile rüber gefahren. Nachdem wir von Peter Fischers Abwesenheit auf seinem Campo gehört haben, beschliessen wir gemeinsam nach Puerto Oktay zu fahren. Wir erwarten da auf Margit und Jörg zu treffen, die ebenfalls in der Region unterwegs sind. Bei einem gemeinsamen Nachtessen mit Blick auf den Vulkan Osorno und einem gemütlichen Abend mit Gudrun und Volkmar verabreden wir uns zum gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen.

 

Margit hat uns geschrieben, dass sie in Puerto Varas sind und da auf uns warten. Unsere Bekannten haben ein anderes Ziel. So verabschieden wir uns mit dem Wissen, dass wir uns bestimmt wieder irgendwo über den Weg laufen.

Was für eine Freude, wie wir Margit winkend am Seeufer sehen. Sie haben auf dem Weg hierher, etwas ausserhalb des Ortes, einen schönen Platz am See entdeckt an dem wir unseren ersten gemeinsamen Abend seit langem mit einem schönen Lagerfeuer abschliessen. Zufällig fahren unsere Bekannten an uns vorbei und kommen zu einem kurzen Plausch zu uns runter. Noch lange sitzen wir am Feuer und amüsieren uns herrlich über die Geschichten die Margit, mit viel Humor gespickt, von ihren Erlebnissen erzählt.

 

Via Puerto Montt fahren wir zum Lago Chapo,  wo wir Margits Geburtstag feiern. Es wird ein wunderschöner Tag. Sogar die Sonne bringt noch einmal sommerliche Temperaturen. So verschieben wir unsere Küche ans Lagerfeuer, wo wir unser Zusammensein unter einem traumhaften Sternenhimmel beschliessen.

 

Unser nächstes gemeinsames Ziel ist die Insel Chiloe. Vorher aber müssen wir noch zur Dodgevertretung um den Keilriemen zu bestellen. Dann aber hält uns nichts mehr. Wir sind reif für die Insel. In Pargua werden wir sofort auf die Fähre gewunken die uns nach Chacao bringt. Unterwegs werden wir von neugierigen Seelöwen begleitet. Mövenschwärme tümpeln auf dem Wasser und Schwarzhalsschwäne kommen zur Begrüssung an den Steg. Wir nutzen das schöne Wetter und schauen beim Mittagessen den pendelnden Fährschiffen zu. Der kleine Ort Chacao begrüsst uns mit seinen bunten Holzhäusern und an der Plaza steht eine der hübschen Holzkirchen für die die Insel Chiloe bekannt ist. Viele von ihnen stammen noch aus der Gründerzeit, wurden von den Jesuitenpadres erbaut und stehen heute auf der Weltkulturliste der UNESCO.

In Ancud schreiben wir unseren Freunden, dass wir schon das Festland verlassen haben und weiter zur Pinguinbucht Puñihuil  fahren. Hier können wir den Tag bei Sonnenuntergangstimmung verabschieden.

 

In der Nacht hat es geregnet und noch immer hängen die Wolken tief. Via Ancud, wo Margit und Jörg wieder zu uns stossen, fahren wir ganz in den Nordwesten zur Festung Ahui. Schon wieder bei Sonnenschein spazieren wir zum Fuerte hoch. Die Anlage ist sehr schön gepflegt und bietet einen fantastischen Rundblick. Mit ihrer Eroberung viel 1826 die letzte spanische Bastion in Chile. Unten an der verträumten Bucht beschliessen wir den Tag mit einem heissen Spielabend.

 

Am Morgen fahren wir weiter zum Leuchtturm Corona. Wir werden sehr herzlich empfangen und der Marineoffizier nimmt sich viel Zeit um uns alles zu erklären. Beim Rundgang erfahren wir nicht nur viel über die Geschichte der Faros, sondern auch über deren Funktion und das Leben der Menschen in der Region und ganz speziell natürlich der drei Familien die hier für maximal zwei Jahre stationiert sind.

Am Nachmittag treffen wir in Chepu wieder auf unsere Freunde. Hier in den ausgedehnten Moor- und Sumpfgebieten mit ihren Urwäldern und den Flüssen die sich breit und behäbig ins Meer ergiessen, stehen wir unter grossen Pinienbäumen – und schon wieder wird Jörg der Würfelkönig des Abends.

 

Ursprünglich wollten wir heute nur bis Quemchi auf der anderen Inselseite fahren. Wir brauchen dringend Strom um alle Batteriegeräte wieder aufzuladen. Aber das kleine Fischerdorf wirkt auf uns nicht sehr einladend. So fahren wir, mehr oder weniger, der Küste entlang nach Süden. Wie schon die letzten Tage erinnert uns die Fahrt durch Chiloe an Irland. Hügelige grüne Landschaft. Kleine Gehöfte mit ebenso kleinen Feldern und Wiesen auf denen einige Schafe und Kühe weiden. Um die Stallungen tummeln sich Hühner, Gänse und Truthennen. Schweine graben die Wiese um und hin und wieder kommen uns Bauern auf Pferden oder mit Ochsengespannen entgegen. Kurz vor Dalcahue reisst die Sonne auf. Wir finden einen Campingplatz direkt über dem Fischer- und Fährhafen. Unsere Wirtin nimmt uns die schmutzige Wäsche ab und wir lassen uns in jeder Hinsicht so richtig verwöhnen.

 

Neugierig auf die kleine Nachbarinsel Quinchao lassen wir uns heute mit der Fähre übersetzen. Nicht nur der wolkenlose Spätsommertag, sondern auch der irisch-ländliche Charme der Landschaft und die freundlich winkenden Menschen sind die Gründe, dass wir uns hier sehr wohl fühlen. Oft sehen wir ganze Familien die mit Harke und Lesekörben die Kartoffeln in ihren kleinen Feldern auflesen. Kühe liegen gemütlich wiederkäuend im Gras. Kleine Ferkel spielen ‚ ich bin der Grösste’, Schafe rupfen sich langsam weiter schreitend ausgesuchte Kräuter ab, während die Ziegen sich genussvoll über die Brombeeren her machen. Die hügelige Landschaft gibt immer wieder den Blick frei zu den Meeresbuchten in denen die Austern in ihren Zuchtnetzen wachsen und in der Ferne glänzen die weissen Berge des chilenischen Festlandes. Wir fahren bis zum Südzipfel, besuchen in den Dörfern die verschiedenen Holzkirchen und bewundern die schönen Schindelhäuser. Durch die verschiedenen Techniken des Schneidens und Anbringens der Schindeln ergeben sich ganz verschiedene Muster. Einige Häuser sind in natura gehalten. Aber sehr beliebt sind kräftige Farben die in fröhlicher Abstimmung die Gebäude uni oder ganz bunt strahlen lassen.

Es wird schon Abend, wie wir wieder auf die Insel Chiloe übersetzen, wo die Wirtin des Campingplatzes bereits unsere trockene Wäsche abgenommen hat.

 

Inzwischen ist es schon Donnerstag geworden und seit Montag wartet der bestellte Keilriemen in Puerto Montt auf uns. Nach den letzten schönen Tagen ist der Himmel heute wieder bewölkt. Das hilft mit bei der Entscheidung die Insel zu verlassen. Am späten Nachmittag sind wir bei der Werkstätte und werden nach der Siesta in das Gebäude gelotst. Mit ziemlich langem Gesicht kommt der Werkstattmeister zu uns und teilt uns mit, dass die Länge des Riemens nicht stimmt. Sie würden aber sofort einen Mitarbeiter aussenden um einen passenden Ersatz in der Stadt zu suchen. Leider ist sein Bemühen erfolglos. So wird es 17.°° Uhr wie wir uns auf die Suche machen zu einem sicheren Campingplatz – mit dem wieder eingebauten alten Keimriemen. Mit vielen Entschuldigungen haben wir noch drei Adressen in Santiago bekommen, wo man uns eventuell helfen kann.

 

Auch heute ist das Wetter unfreundlich und wir entschliessen uns zu Peter Fischer nach Entre Lagos zu fahren, wo wir mit offenen Armen und mit grosser Herzlichkeit und den Worten: „Ihr müsst aber mindestens zwei Monate bleiben“, empfangen werden.  Mein Knieproblem wird bald zum Thema und Betty organisiert sofort einen Arzttermin in der Deutschen Klinik in Osorno. Für unsere Gastgeber ist es klar, dass wir erst weiter reisen dürfen, wenn mein Knie wieder ganz in Ordnung ist.

 

In der Zwischenzeit sind die zwei Monate um. Es hat sich unglaubliches getan. Ich bin, nach der verordneten Physiotherapie, nun in Behandlung bei einem Akupunkteur. Die Schmerzen haben deutlich nachgelassen.

Unsere Freunde haben uns wiederholt zu den in der Nähe gelegenen heissen Thermen mitgenommen.

Ganz selbstverständlich wurden wir in den Freundeskreis aufgenommen, wo irgendwann auch Hanspeters Heimweh nach Chile zur Sprache kam. Sofort begann die Suche nach geeigneten Grundstücken. Peter und seine Schwester Cristina haben uns Land angeboten und mit Betty, Margit und Jörg sind wir umhergefahren um Parzellen und Ländereien zu begutachten. Mein Traumland fand ich oberhalb des Sees Rupanco. Nadia und Armin bieten ihr 7,8 Hektar grosses Grundstück zu einem sehr fairen Preis an. Es ist ein Traum! Leider liegt es sehr einsam. Ein weiteres Grundstück mit einem sehr gepflegten Haus in einem 3000 Quadratmeter grossen Park und einer anschliessenden Wiese von noch einmal einem Hektar könnten wir für umgerechnet 140 000 Franken kaufen. Ob das das richtige ist für zwei abgefahrene Oldies? Wir haben uns an staubige Holperpisten, an die Weite der Pampa und an die vielen unvorhersehbaren Dinge des täglichen Reiselebens gewöhnt. Wo bleiben denn da das Abenteuer und die Herausforderung? Wir sagen ab, weil es zu schön ist – und immer noch das Land von Nadia und Armin in unserem Kopf herumspukt.

Da wird Hanspeter von Hugo, einem Freund von Peter, mit den Worten: „ Komm mal mit. Ich will dir was zeigen“, angesprochen. Nach einer Stunde kommen sie zurück und mit glänzen Augen meint Hanspeter: „ Elfi, ich hab unser Land gesehen. Es liegt am Dorfrand von Entre Lagos mit einem wunderschönen Blick auf den See und in die Kordilleren mit ihren schneebedeckten Vulkanen“. Wir müssen nicht lange Verhandeln und mit einem Handschlag ist das 5000 Quadratmeter grosse Grundstück zu unserem neuen Domizil geworden. Jetzt müssen wir nur noch:

 

  • Unsere Papiere in der Schweiz anfordern
  • Sie da von einem Notar beglaubigen lassen
  • Dann zur Chilenischen Botschaft in Bern zur Übersetzung senden.
  • Wenn sie dann endlich hier sind, bringen wir sie zur Begutachtung nach Osorno und mit dem OK-Stempel, mit dem Antrag zur Aufenthaltsbewilligung, nach Santiago.

 

In der Zwischenzeit beantragen wir die persönliche Rutnummer, ohne die hier in Chile gar nichts geht. Ausserdem:

 

  • Wird das Land ausgemessen und zur Umzonung eingereicht
  • Ein Termin beim Notar wird fällig für den nötigen Vertrag in dem beide Parteien festhalten, dass sie zum Kauf, beziehungsweise zum Verkauf, bereit sind
  • Fertighäuser werden angeschaut und ich entwerfe eigene Baupläne.
  • Ein weiterer früherer Freund von Hanspeter ist Architekt und bereit uns mit Rat und Tat zu unterstützen.
  • Wir begehen mit ihm unser Land. Er ist begeistert von der Lage und verspricht bis in etwa einer Woche meine Hausentwürfe zu berechnen.

 

Nun beginnt für uns ein ganz neues Abenteuer. Die Oldies werden sesshaft. Mindestens für dieses Jahr sind wir wohl so ausgebucht, dass ans Weiterreisen nicht zu denken ist. Da werden wir wohl erst im 2011 wieder weiter fahren können. Und wer weiss, vielleicht verschlägt es ja den Einen oder Andern in diese Gegend?  Ein Mail genügt. Wir freuen uns auf jeden Gast – aber Vorsicht! Hier in Chile bleibt man mindestens zwei Monate – in denen sehr viel geschehen kann !!!!!