Argentinien & Chile Teil 1

 

Gegen 10.°°Uhrsind wir in Villazon an der Grenze. Die Verabschiedung von Bolivien ist schnell erledigt. Mit dem Einreisestempel im Pass erhalten wir eine 90-tägige Aufenthaltsbewilligung für Argentinien. Nun schnell noch die Einfuhrpapiere für unser Schnüfeli und dann geht’s los – mit den Problemen. Das heisst: Es gibt nur ein Problem. Der Beamte will unseren Autoausweis nicht akzeptieren. Er meint: „Das A4-Blatt ist lediglich ein Versicherungsausweis. Das ist kein Beweis, dass der Wagen ihnen gehört. Nur mit diesem Blatt kann ich sie nicht einreisen lassen“. Das hatten wir doch schon mal in Belize? Also, Anruf bei Rolf in Vancouver. Der bestätigt noch einmal, dass es in Kanada kein anderes Papier gibt. Unterhalb des Versicherungsausweises sei die Bestätigung von British Colombia, dass Hanspeter der rechtmässige Besitzer des Fahrzeuges ist. Also zum 2.x zum Schalter für die Einfuhrbewilligung für unseren Van. Diesmal noch mit dem Kaufvertrag. Eine zweite Beamtin kann wohl etwas englisch. Auf jeden Fall kann sie die Titelbezeichnungen bestätigen – und endlich werden die Papiere akzeptiert. Aber jetzt ist das Computersystem zusammengebrochen. Hanspeter kommt ins Auto zum Mittagessen, nachdem man versprochen hat ihn zu rufen, sobald der Compi wieder reagiert. Gegen 13.°°Uhr kommt das ersehnte Zeichen und dann geht alles ganz schnell. Unser Schnüfeli darf bis April 2010 im Land bleiben. Nur wir müssen zwischendurch raus um wieder eine neue Aufenthaltsbewilligung zu kriegen. Ist aber kein Problem. Wir wollen ja eh über Weihnachten und Neujahr in die Schweiz fliegen.

Weil wir hier in Argentinien die Uhr um eine Stunde vorrichten müssen, entschliessen wir uns, zu einem Abstecher ins nur 15 km entfernte Yavi. Der kleine verträumte Ort wurde uns von anderen Reisenden empfohlen. Um 15.°°Uhr finden wir einen Platz im Hostal Yavi, wo wir gratis stehen dürfen und mit einem guten Schafseintopf und einem herrlichen Wein unsere Ankunft in Argentinien feiern. Danach bleibt uns noch genügend Zeit um unseren Camper mit dem Besen zu entstauben. Wegen der Wasserknappheit ist eine Autowäsche nicht möglich. Pünktlich um 17.°°Uhr sind wir wieder im Hostal und fiebern mit den Einheimischen dem Tennismatch Federer gegen den Argentinier Del Potro entgegen.

 

Mit dem Eintritt in die Quebrada de Humahuaca verlassen wir nun endgültig die Puna, also die andine Hochebene. Die Quebrada ist einmal ein breites, mal ein engeres Tal in dessen Talboden viel Gemüse angebaut wird. Auf einer Länge von 180 km senkt sich die Strasse, immer dem Rio Grande folgend, von 3500 Meter auf 1259 Meter über Meer. Auf dieser Strecke überfahren wir den südlichen Wendekreis der Sonne und verlassen damit die tropische Zone.

Wegen der vielfarbigen Gebirgszüge – von ocker, grün und rot bis violett - und seiner Geschichte, wurde dieser Landstrich ins Weltkulturerbe aufgenommen. Heute machen wir Halt in Tilcara, wo wir die Festungsruinen der Inka besuchen. ‚Pucara de Tilcara’ wurde nach seine Wiederentdeckung zum Teil wieder aufgebaut und man kann sich das ehemalige Leben sehr gut vorstellen. Das Dorf steht auf einem Hügel und man hat einen tollen Panoramablick in die Humahuaca-Schlucht. So hatten die Bewohner nicht nur den Überblick in alle Richtungen, sondern auch die Kontrolle über die Produktions- und Siedlungsflächen. Nach der Besichtigung wollen wir uns endlich unser erstes argentinisches Rindfleisch genehmigen. Zu oft haben wir gehört, dass dieses Land das beste Fleisch und den süffigsten Wein hat. Also, wir können dieses Urteil nur bestätigen!

 

Via Jujuy, dem Hauptort dieser sehr schönen Provinz, haben wir heute Salta erreicht. Ab hier ist für einmal nicht der Weg das Ziel. Wir wollen so schnell wie möglich zur Halbinsel Valdez. Ab Anfang Oktober werden da die Walmännchen erwartet, die sich mit allerlei Kapriolen vor den Walkühen produzieren. Diese sind – so haben wir gehört – bereits da und können bequem vom Ufer aus betrachtet werden. Zu oft auf unseren Reisen sind wir einige Wochen zu früh angekommen oder es hiess: „Sorry, aber die Wale sind schon weiter gezogen“. Dieses Mal wollen wir das Schauspiel auf keinen Fall verpassen. Darum werden wir, ganz gegen unsere Gewohnheit, auf dem schnellsten Weg  über gut ausgebaute Teerstrassen unserem Ziel entgegen düsen.

 

Wir sind kurz vor Cordoba im Herzen von Argentinien und stehen einmal mehr in einer Garage, weil das Rucken während des Fahrens immer schlimmer wird. Nicht nur in der Garage von La Paz wurden wir getröstet, dass das Problem eventuell mit der Höhe über 3000 Meter zu tun hat und mit der schlechten Benzinqualität. Das würde in Argentinien bestimmt bessern. Nun, das war offensichtlich ein Trugschluss. Hier in der weiten Pampa im Nirgendwo stehen zu bleiben wollen wir lieber nicht riskieren.

Auf einer Fahrt durch bewaldete Berghänge mit uralten von blühenden Bromelien bewachsenen Bäumen, die immer mal wieder den Blick frei geben über das wogende Blätterdach unter uns und auf Seen und Flüsse in der Tiefe und weiter in die unendlichen Weiten der Pampa, haben wir gestern in Loreto und heute in Villa del Totoral einen Unterschlupf für die Nacht gefunden. An beiden Orten fühlen wir uns sehr wohl und werden von unserer Gastfamilie so richtig verwöhnt, während über unseren Köpfen ein Schwarm Kleinpapageien ihre Mehrfamiliennester bauen. Nur bleibt leider die Sorge um unser Schnüfeli das wieder ganz bedenklich ruckt, als wollte der Motor abstellen.

 

Auf der Weiterfahrt werden die Fahrstörungen so schlimm, dass wir in Jesus Maria eine Werkstatt anfahren. Von einem Nachbarn erhalten wir die Adresse einer Dodgevertretung in Cordoba, falls man uns hier nicht helfen kann. Aber noch hoffen wir!

 

Nach einer stürmischen und sehr lauten Nacht in der Werkstatthalle hat man keinen Fehler gefunden, aber alle erreichbaren Elektrostecker gereinigt. Eine Probefahrt lässt uns weiter hoffen!

 

Wir sind ohne weitere Störungen in Va Grl. Belgrano auf dem Campingplatz Florida angekommen. Hanspeter bespricht mit Ralf das Problem unseres Kühlschrankes. Der, auf Gas umgestellt, entweder fast nicht zündet oder sehr unstabil brennt. Ralf hat ihm eine gute Adresse. Allerdings bedeutet das wieder nach Cordoba zurück zu fahren. Weil wir auf der Halbinsel Valdez auf die Gasfunktion unseres Kühlschrankes angewiesen sind, bleibt uns nichts anderes übrig, als Morgen die Rückreise unter die Räder zu nehmen.

 

Auch in dieser Firma konnte uns in nicht einmal einer halben Stunde geholfen werden. Jetzt aber nichts wie los zur Halbinsel Valdez! Auf dem Weg schluckt uns bald die Weite der Pampa. Zuerst noch sind es riesige Felder deren Ende nicht zu sehen ist. Lange baumbestandene Zufahrten enden in kleinen Wäldchen hinter denen sich die Farmgebäude vor dem steten Wind ducken.

Gegen Abend fragen wir jeweils in den Dörfern nach Standplätzen für die Nacht. Auch der kleinste Ort hat in der Regel einen Camping Munizipal. Oft gleichen sie eher einem Picknickplatz. Einige sind aber gut eingerichtet, sogar mit Strom – und fast immer sind sie gratis.

 

Die Pampa ist jetzt bis zum Horizont eine Sandwüste mit niederen, trockenen Büschen bewachsen. Immer dasselbe eintönige Bild. Zäune, manchmal ein Gattertor und einzelne Rinder verraten, dass wir an Farmen vorbei fahren. Trotz dem Weitblick sind keine Gebäude sichtbar. Wie gross die Ländereien wohl sind? Tafelberge tauchen am Horizont auf, kommen langsam näher, fesseln eine Weile den Blick um dann wieder ins Nichts zu versinken. In leichten Wellenbewegungen bringt uns die Strasse unserem Ziel immer näher.

 

Wir sind schneller voran gekommen als erwartet und haben Zeit übers Wochenende im RN-Park Luro auszuruhen. Ganze Rudel Rehe und Hirsche, Füchse, Hasen, die grösste Sittichwohnkolonie die ich je gesehen habe, sowie kleine Papageien mit blauen Köpfen und viele andere Vögel sind hier unsere Nachbarn.

 

Wie geplant fahren wir heute am 1. Oktober bei der Halbinsel Valdez – vorbei. Wegen der Fruchtkontrollstellen auf der Strasse Nr. 3 durften wir keine Früchte, kein Gemüse und kein Fleisch mitführen. Also fahren wir nach Porto Madryn und füllen unsere Vorräte wieder auf.

 

Heute ist es endlich so weit. Wale, Seeelefanten, Seelöwen und Pinguine – wir kommen! Beim Visitorcenter bekommen wir viele nützliche Infos – und dann ganz leise den Tipp wo wir abzweigen können um in eine stille Bucht zu gelangen in der man wild campen kann. Unterwegs würden uns Schafe, Guanakos, Hasen etc. begegnen. Im Wasser Wale und Seelöwen. Hört sich gut an – also nichts wie hin. Unterwegs sehen wir auch prompt die angekündigten Tiere. Das Schnüfeli hat noch nicht einmal gebremst, sause ich mit der Kamera los – einer Walkuh mit ihrem Jungen entgegen! Ein Spaziergang auf den Klippen, dann die Erkundung der Höhlen die nur bei Ebbe erreichbar sind und ein herrlicher Sonnenuntergang belohnen uns die Ankunft in diesem Paradies.

 

Nach dem Frühstück wandern wir am Ufer der Sonne entgegen – und begegnen einer Walkuh mit ihrem Kalb zum greifen nah bei den flachen Klippen die jetzt, bei Ebbe, aus dem Wasser ragen. Seelöwen ziehen vorbei. Wir gehen schnell zurück und bringen unser Schnüfeli oberhalb dieser flachen Klippen wieder in Stellung. Inzwischen sind sie von der Flut überspült. Mit dem Wasser sind weitere Wale in die Bucht gekommen. Wir sitzen wie auf einem Balkon nur wenige Meter von den Tieren entfernt und …. Ja, wie soll ich diese Gefühle beschreiben? Es ist einfach unglaublich. Bilder wie wir sie aus Tierfilmen – mit teuren Kameras aufgenommen – kennen. Alles in unmittelbarer Nähe. Mit nur einigen Schwimmzügen wären wir bei ihnen. Seelöwen spielen mit dem Walbaby. Seevögel landen auf den Tieren und nehmen, mehr oder weniger geduldet, ihre Reinigungsarbeit auf. Weiter draussen ziehen weitere Wale vorbei, springen aus dem Wasser, spritzen laut mit den Flossen aufs Wasser klatschend, oder fesseln den Blick, weil sie ihre Schwanzflosse die längste Zeit senkrecht aus dem Meer strecken. Was für ein Tag!

 

Nach einem stürmischen wolkenverhangenen Tag im Camping Piramides versprechen die aufreissenden Wolken besseres Wetter. Wir haben immer noch den kalten Nordwind, fahren aber trotzdem an zwei grossen Salzseen vorbei zur Ostküste der Insel. Unterwegs sehen wir viele Merinoschafe, Guanakos (die 4. Kleinkamelrasse Südamerikas) und argentinische Hasen, die uns eher an grosse Meerschweinchen erinnern.

Am Punto Delgada sehen wir zum 1.x die grossen Seeelefanten. Tief unter uns liegen sie faul am Strand und geniessen die warmen Sonnenstrahlen. Ein laaanges Gähnen, hie und da ein faules Kratzen und mal ein herzhaftes Niesen. Viel mehr ist nicht zu sehen. Würde bei uns auf der Klippe nicht eine steife Briese unter unsere Pullover greifen, würden wohl auch wir uns von dieser wohligen Müdigkeit einlullen lassen. So aber ist es ziemlich ungemütlich und wir machen uns auf zum Punto Cantor. Hier sind verschiedene Pfade angelegt. Einer davon bringt uns von den zügigen Klippen runter zum windgeschützten Strand. Hier auf Augenhöhe und weg von dem Zugluft macht das Beobachten dieser einzigartigen Tiere richtig Spass. Jungtiere blöken so lange bis sich die Mama – manchmal richtig schimpfend ob der Störung – in die richtige Lage wälzt zum trinken. Gähnen, kratzen, sich dehnen, vielleicht mal eine Vierteldrehung oder ein müdes in die Sonne blinzeln – unglaublich, dieser Bewegungswahnsinn und Stress!!!

Die viel grösseren Bullen liegen in tiefer Lethargie – bis ein Anderer aus dem Wasser auftaucht und an Land will. Dann werden die 4000 kg aufgestemmt, die Nase in den Himmel gestreckt und die Zähne gezeigt. Robbt sich der Neuankömmling unerschrocken heran, bleibt dem Kleineren nur noch die Flucht ins Wasser. Der Sieger lässt sofort von der Verfolgung ab und lässt sich, völlig erschöpft von der Anstrengung, an ort und stelle in den Strandkies plumpsen. Wen stört schon das bisschen Wasser das den Körper umspült? Kommt eine grössere Welle werden die Schwanzflossen angehoben und wie auf einem Surfbrett lässt sich das Tier an Land gleiten um dann sofort wieder weiter zu dösen. Ob man’s glaubt oder nicht. Einer so faulen Bande zuzusehen macht richtig hungrig! So geniessen wir das Mittagessen im Restaurant, nutzen das freie WIFI um nach der Post zu sehen, gehen auf den Lehrpfad, dessen Tafeln interessante Infos über Fauna und Flora berichten.

Bevor wir auf der Rundreise wieder nach Puerto Piramides zufahren, besuchen wir noch die Pinguinkolonie. Direkt zu unseren Füssen – ich könnte sie mühelos streicheln – dösen sie, den Bauch in die Sonne gestreckt, vor sich hin. Einige stehen zusammen, scheinen aber zu faul für einen Schwatz. Andere liegen halb in ihrer Höhle und schauen verschlafen den Nachbarn zu wie die gähnen, sich kratzen oder ihre schlafende Partnerin bewachen. Die Tiere auf dieser Halbinsel scheinen es definitiv nicht eilig zu haben.

Auf dem Heimweg durch die Sandwüste mit ihren niederen Büschen und der ewig gleichen geraden Linie am Horizont lasse ich mich von ihnen anstecken. Schliesse die Augen und mein Geist versinkt langsam ins Unterbewusstsein ………….

 

Heute Morgen erwachen wir bei herrlichem Sonnenschein und es ist Windstill! Der ideale Tag um mit dem Boot auf ‚Walfang’ zu gehen. Unser erster Gedanke ist auf einem Katamaran ‚anzuheuern’. Diese Idee ist so gut, dass er bereits für den ganzen Tag ausgebucht ist. Morgen sei noch etwas frei. Der Wind frischt zwar wieder auf, aber es ist noch schiffbar. Das hört sich in unseren Ohren nicht gut an. So wie: Die Strasse ist noch fahrbar. Wir suchen weiter und finden Platz in einem Zodiak.

Weit hinaus braucht der Bootsführer nicht zu fahren. Gemütlich liegen die Walkühe mit ihren Kälbern in der Bucht, lassen sich von allen Seiten betrachten und das in zweifachen Hinsicht. Wir dürfen sie fast hautnah umgondeln und sie legen sich dabei ganz leger auf den Rücken und lassen sich minutenlang die Sonne auf den Bauch scheinen. Es stört sie auch überhaupt nicht, dass das Jungtier die Gelegenheit nutz und zu unserem Boot schwimmt um uns zu begutachten. Aber bald erkennt es, dass wir ein ziemlich langweiliger Haufen sind und schwimmt wieder zurück zu Mama.

Nach 1,5 Stunden verabschieden wir uns von den Walen. Im Hafen schauen wir beim verspäteten Mittagessen dem geschäftigen Treiben zu. Der Katamaran läuft ein und entlässt eine Unmenge Menschen. Sie sind uns schon auf See aufgefallen, wie sie in dichten Reihen hintereinander stehend einen Blick auf die Wale zu erhaschen suchten, während wir im Zodiak auf Tuchfühlung neben ihnen schwammen. Da haben wir richtig Glück gehabt, dass wir keinen Platz mehr hatten.

 

Nach einem trüben Tag mit Hagelwarnung lockt der blaue Himmel zum Ausflug nach Punta Norte. Hier versuchen die Orcas Jungtiere der Seelöwen zu jagen. Dabei kommen sie bis auf den Strand und robben wieder zurück ins Wasser. Leider ist die Hauptzeit dieses Spektakels im Dezember und Januar, wann die meisten Kälber geboren werden. Trotzdem lockt uns dieses Ziel wegen der See-Elefanten und Seelöwen. Begrüsst werden wir dann aber von einem ziemlich neugierigen Gürteltier das sich ohne Scheu fotografieren lässt. Nicht weit davon entfernt beobachtet uns ein Fuchs.

 Endlich gehen wir dann doch runter zum Strand. Ein mächtiger Seelöwe bewacht eifersüchtig das Ufer und vertreibt jedes Männchen das anzuschleichen versucht. Alle möglichen Tricks werden versucht: Untertauchen um in seinem Rücken an Land zu schleichen, sich zwischen den Felsen im Wasser verstecken und den Kopf ganz ruhig halten – alles nützt nichts. Wie hat unser alter Lehrer schon gesagt? „Kinder, ihr müsst was Neues erfinden. Diese Tricks haben wir auch schon genutzt“.

 Doch dann kommt Bewegung in die See-Elefantengruppe. Ein Kerl wirbt um eine Schöne. Noch ziert sie sich. Er aber ist fest entschlossen, schmiegt sich eng an sie, Umarmt sie zärtlich mit seiner Flosse und knabbert an ihrem Nacken. Ihr scheint’s zu gefallen. Wie er sich zur Seite dreht, fängt sie an mit ihren Schwanzflossen seinen Bauch zu streicheln und damit seinen Penis zu stimulieren. Wir werden Zeugen eines Liebesaktes. Wunderbar zärtlich und liebevoll. Auf der anderen Seite der Gruppe wird noch ein Baby gezeugt. Dann aber kommt ein weiterer Bulle aus dem Wasser und in einer nie erwarteten Geschwindigkeit robbt der Liebhaber seine 4 Tonnen auf den Neuankömmling zu. Dieser stemmt sich auf seine Brustflossen, steckt seine Nase in die Höhe und droht mit weit aufgerissenem Maul. Allein mit dieser imponierenden Geste stoppt er seinen Angreifer. Der droht zurück, anerkennt dann aber die Stärke des Neuen und zieht sich langsam in Richtung Wasser zurück. Sofort kehrt wieder Ruhe ein. Einige Kälber blöken, Mütter bestreuen sich mit Sandkies. Der Eroberer wälzt sich mit einigen Ruhepausen zu seinem Harem und der grosse Liebhaber zieht sich vorsichtshalber weiter zurück. Na, wer sagt’s denn? Auch See-Elefanten können sich richtig bewegen!

 

Wir fahren weiter zur Playa Pardelas wo wir Greti und Gerhard kennen lernen. Die beiden Österreicher sind wie wir auf einem Trip rund um die Welt und machen hier schon einige Tage Pause.  Sie erzählen uns von gestrandeten toten Walen, in der anderen Bucht und dass auch sie vor kurzem um ihr Leben bangen mussten. Sie wurden in Buenos Aires überfallen, mit dem Messer bedroht und das am hellen Tag und trotz Schreien sei niemand zur Hilfe gekommen. Sie sind dann hierher gefahren und haben wie wir in Puerto Madryn eingekauft. In dieser Zeit wurde in ihren Camper eingebrochen. Innert weniger Tage zwei mal so ein einschneidendes Erlebnis zu haben braucht unglaublich viel Kraft und Mut zum Weiterreisen. Hier am Strand wollen sie ihrer Seele Zeit geben zum Verarbeiten. Gemeinsam haben wir zwei wunderschöne Tage. Greti verwöhnt uns mit einem feinen Hefekuchen. Walmütter kommen mit ihren Jungen zu Besuch und weit draussen springen Orcas. Leider zwingt uns ein aufkommender Sturm zurück zum Campingplatz in Puerto Piramides. Beim herzlichen Abschied hoffen wir auf ein Wiedersehen. Auch sie fahren südwärts.

 

Die letzten zwei Tage hatten wir so richtiges Aprilwetter. Von Sonne bis Schneeregen. Wir nutzen die Zeit  um am Reisebericht von Bolivien zu arbeiten und Fotos zu sichten und beschriften. Eine ziemlich aufwändige Sache, sind es doch allein für dieses Land 3000 Bilder. Morgen wollen wir die Halbinsel Valdez verlassen und in Puerto Madryn die Vorräte auffüllen. Ausserdem ist schon Mitte Oktober und bis Ushuaia, dem südlichsten Ort unserer Reise, sind es doch noch einige tausend Kilometer. Von da wollen wir im Dezember  heim fliegen um die Feiertage mit unseren Lieben zu verbringen.

 

Es ist das Vorrecht der Frauen heute etwas zu entscheiden und Morgen etwas anderes zu tun – sagen die Männer. Wir Frauen nennen das Flexibilität. Aber ich brauche keine grosse Überredungskunst. Hanspeter ist sofort bereit bei dem strahlend blauen Himmel noch einmal zu der Bucht zu fahren wo vor 14 Tagen unsere Entdeckungsreise auf der Halbinsel Valdez begann. Und wieder sind sie da: Die Walmütter spielen mit ihren Jungen. Im tiefen Wasser tummeln sich Orcas. Seevögel spielen mit dem Wind und Hamster flitzen zwischen den Büschen hin und her – und wieder stehen wir ganz alleine in diesem Paradies.

 

Wir sind wieder in Puerto Madryn. Nicht weit von hier gibt’s eine Seelöwenkolonie, die wir besuchen. Ganz anders als bei den See-Elefanten ist hier immer was los. Es wird gedöst, gefischt, gezankt, geliebt, gespielt und gestunken – nach Fisch. Obwohl wir hoch über ihnen in den Klippen stehen trägt der Wind nicht nur ihr bellen, knurren, heulen, raulen und schnarren zu uns hoch, sondern eben auch den Gestank. Über ihnen in den Klippen krallen sich Seevögel fest. Wir sind gut unterhalten. Immer wieder zieht eine andere Szene unseren Blick an. Spassig wird im Wasser herum getollt. Neuankömmlinge melden sich schon von weitem an. Mächtige Bullen weisen sich in die Schranken. Unruhe kommt auf, weil auf einem überbelegten Felsen ein Tier seine Lage verändert und auf der Kiesbank wird selig gedöst.

Wir fahren weiter zu einer 3 km entfernten Bucht. Zwischen den Dünen lotsen Pfade zu idyllischen Nischen. Genuss pur.

 

Vor allem zwei Gründe nötigen uns diesen behaglichen Ort zu verlassen. Zum einen müssen wir ins Internet und uns um unsere Dezemberflüge kümmern, zum anderen ist immer noch der Reisebericht von Bolivien nicht fertig. Also, ab zum Campingplatz und an den Laptop zum arbeiten!

 

Am 21. 10. ist es dann soweit. Alle Pflichten sind erfüllt und wir starten zum 217 km entfernten Punta Tombo. Hier lebt die grösste Magellan- Pinguinkolonie Amerikas. Die Maximalschätzung geht bis auf 2 Millionen Tiere. Was wir aber bei unserer Ankunft zuerst sehen sind viele Autos und Busse. Ganze Heerscharen sind auf dem Weg zum Strand, oder auf dem Rückweg! Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass ab 15.°°Uhr die grossen Menschenmassen abziehen. Weil wir über Nacht hier bleiben wollen, haben wir jede menge Zeit zum Mittagessen. Unser Plan geht auf und am späten Mittag machen wir uns auf den Weg. Am Anfang wird man durch angelegte Wege in die richtige Richtung gelotst. Wie überall in der Pampa ist der Boden steinig und Sandig. Hauptsächlich von kleinen Sträuchern bewachsen die mit einer oder mehreren Wohnhöhlen untergraben sind. Liegen irgendwo trockene Äste, werden sie sofort als Schutzdach angenommen. Wer keine dieser Luxuswohnungen ergattern konnte, hat einfach – mehr oder weniger gekonnt – in der offenen Ebene gegraben. Diese Steinwüsten sind durchlöchert wie ein Schweizer Emmentaler.

Es sind nur wenige Pinguine unterwegs. Aber jede Höhle ist belegt. Wir sind mitten in der Brutzeit hier. Wo wir Einblick bekommen, haben wir eins bis drei Eier gezählt.

Vom Meer her kommen einige Tiere. Alleine, zu Zweit oder in kleinen  Gruppen um ihre Partner beim Brüten abzulösen. Man nehme: Eine alte Schiffssirene. Lasse sie dreimal kurz hupen und dann einen länger gezogenen Ton abgeben. Hole sich vom Eselsschrei das lange Aaaa, setze beides in dieser Reihenfolge zusammen – so hat man in etwa den Ruf eines Magellanpinguins. Je mehr Männchen sich gegen Abend einfinden, umso häufiger hören wir diesen Ruf der mit langgestrecktem Körper, hocherhobenem Kopf und weit ausgestreckten Flügeln ausgestossen wird. Kommt ein Anderer trotzdem zu nah, kommt es zum Kampf. Elegant wie Fechter stehen sich die Gegner gegenüber und in rasantem Tempo werden die Degenhiebe mit dem Schnabel ausgeteilt. Gibt der Eine nach, verkündet das der Andere lauthals und mit stolz geschwellter Brust.

 

Bei schon tief stehender Sonne setzen wir uns auf die Felsklippen über dem Strand und beobachten von unserem Freiluftkino wie immer mehr Pinguine an Land kommen oder zum Schnorcheln und Tauchen ins Wasser gehen. Es macht richtig Spass die verschiedenen Landungsstile zu beobachten. Während sich einige von einer Welle ganz elegant hoch an den Strand tragen lassen,  versuchen Andere viel zu früh Grund unter den Füssen zu finden und werden dann prompt von einer nachfolgenden Welle überrollt. Auch diese Herausforderung wird ganz unterschiedlich gelöst. Die Zeit vergeht uns wie im Flug und es ist schon fast dunkel wie wir wieder zum Camper zurück sind.

 

Gestern sind wir bei sehr starkem Seitenwind bis Comodoro Rivadavia gefahren. In dieser Region wurde ein sehr grosses Ölfeld gefunden und hier im Ort gibt es ein sehr gutes Oelmuseum. Wie durch einen Zeittunnel kann man der Geschichte des schwarzen Goldes von seiner Entstehung bis zu den heutigen Fördertechniken nachgehen.

 

Der Sturm hat sich noch verstärkt. Wir fahren nur noch bis Rada Tilly, wo wir im sehr schönen Campingplatz einen Unterschlupf finden. Erst nach 5 Tagen hat das Wetter sich so weit beruhigt,  dass wir uns auf den Weg nach Sarmiento machen. Bei schönstem Wetter besuchen wir den versteinerten Wald. Die kristallisierten Bäume sind, zusammen mit dem Oel im Untergrund, die einzigen Zeugen einer Vegetation  wie man sie sich in der heutigen kargen Region gar nicht mehr vorstellen kann. Obwohl wir schon in Nordamerika einen petrified Forrest besucht haben, sind wir wieder fasziniert, wie nach Jahrmillionen durch Erosion Holz zum Vorschein kommt  das noch immer nach Holz aussieht und auch so klingt, wenn man es anschlägt – aber dann doch Stein ist. Zum Teil haben sich glitzernde Kristalladern gebildet, zum Teil auch Halbedelstein. Aber auch die Landschaft ist einzigartig mit ihren bunten Gebirgszügen und den im ewigen patagonischen Wind geformten Felsen. Überall liegen Holzsplitter herum und es braucht schon einige Disziplin nicht ein Erinnerungsstück mit zu nehmen.

Sarmiento hat aber noch mehr zu bieten. Neben zwei grösseren Seen haben sich auch in den Weiden viele Wasseroasen gebildet. Entsprechend viele Wasservögel – von Enten über Gänse und Schwarzhalsschwänen bis hin zu Flamingos sind hier zu beobachten. Wir geniessen einen wunderschönen Tag am Lago Muster  bevor wir Morgen westwärts fahren.

 

Unser heutiges Ziel heisst Los Antigues (also die Alten, was doch wunderbar zu uns Oldies passt, oder?). Dieser sehr schöne Ort liegt am zweit grössten See Südamerikas und ist nur noch 3 km von der chilenischen Grenze entfernt. Hanspeters Augen glänzen. Ist Chile ihm doch vor 30 Jahren zur zweiten Heimat geworden. Über den Lago Buenos Aires glänzen die schneebedeckten Anden. Sie, wie auch ein grosser Teil des Sees gehören schon zum Nachbarland.

 

Heute bekommen wir im Touristenbüro den Tipp zur Estanzia La Frontera zu fahren. Aber nicht die Nähe zur Grenze lockt, sondern das herrliche Panorama über das Tal und seinen See. Dann aber führt die Schotterpiste hinein zwischen die Berge mit ihren einzigartigen Felsformationen, Schneefeldern und Gletschern. Gestern noch haben wir Wasservögel und Flamingos beobachtet. Heute sind es Scharen von Bergfinken, Tauben und Raubvögel bis hin zu den majestätischen Kondoren. Was für ein grossartiges Land! Heute Abend muss uns niemand in den Schlaf singen.  Diese Bilder begleiten uns bis in unsere Träume.

 

Beim Aussichtsplatz über dem Ort geniessen wir den argentinischen Frühling. Es ist der erste Sonntag im November. In den Gärten duftet der Flieder. Obstbäume blühen und die einzigen Schneebälle die wir sehen strahlen vom Busch am Wegesrand.

 

Etwa 50 km nach Los Antiguos wird die Ruta National 40 endgültig zur Schotterpiste. Vor uns liegen hunderte von Kilometer ‚Wellblech’, Schotter und Sand. Aber eben auch die Cueva de las Manos, eine Höhle mit Wandmalereien die bis auf 9500 v. Chr. datiert sind. Aber auch die Strasse zum Fitz Roy Massiv und zum kalbernden Moreno Gletscher gehen von dieser Route ab.

Heute wollen wir die ‚Höhle der Hände’ besuchen, werden aber kurz nach der Abzweigung von der RN40 auf einer Hinweistafel informiert, dass es da keine Campingerlaubnis gibt. Auch kein Essen, Trinken und keine Toiletten. Aber für den Eintritt zahlen Ausländer 50 Peso p.P. Mehr als 2x soviel wie Argentinier. Schade, aber so viel sind wir nicht bereit zu bezahlen. Also fahren wir weiter bis Baja Caracoles. Ein 10-Häuser-Nest mitten in der sturmgepeitschten Pampa.

Ach ja, die letzten Tage waren es Schwäne, Gänse, Flamingos und Kondore. Heute sind es Schafe, Gürteltier und Nandus.

 

Auch heute fahren wir durch weites Steppen- und Buschland. Höhenzüge deren Grate wie mit dem Lineal gezogen sind grenzen die Ebene mal enger mal weiter ein. Wegen dem ruppigen Untergrund der Piste werden Wildtiere schon von weitem gewarnt. Rinder haben die Schafherden abgelöst. Guanakos, Nandus und Greifvögel fliehen vor uns.

Die RN 40 ist für die Argentinier was die Route 66 für die Amerikaner. In Gedanken versunken träume ich den Angaben nach die ich gelesen habe:

Eine Strecke von Portugal bis zum Ural. Immer auf derselben Strasse. Keine Grenze, kein Sprachgewirr, keine Ampel. Mit 5000 Kilometer ist sie die längste Strasse der Welt. Knapp die Hälfte davon Schotter, Sand und Geröll. Sie steigt von Meereshöhe bis auf 3442 Meter hoch! Führt über 236 Brücken, kreuzt 18 der wichtigsten Flüsse, streift 13 grosse Süsswasser- und Salzseen, kommt an 20 Naturreservaten vorbei, lässt 27 Pässe über die Anden links liegen. Sie kommt, trotz ihrer Länge, nur durch 60 Orte und Städte und geizt mit 2 Tunnels!

Schon nach dem Grenzübertritt von Bolivien her sind wir der Strasse durch die Quebrada de Huamahuaca gefolgt. Haben sie dann verlassen  um zur Halbinsel Valdez zu fahren und sind jetzt wieder auf ihr seit Rio Mayo, kurz nachdem wir den versteinerten Wald besucht haben.

Einmal zieht eine Guanakoherde über die Piste. Plötzlich bin ich wieder hell wach. Unter ihnen ist ein Jungtier das wohl erst einige Stunden alt ist! Tapfer versucht es auf seinen staksigen Beinen Schritt zu halten. Wir stoppen um ihm und seiner Mutter Zeit zu lassen – und uns zur Freude! Ich will schon wieder in meine Gedanken versinken, da taucht vor uns ein im Boden eingelassener Viehrost auf. Eigentlich nichts Besonderes. Würden nicht links und rechts an der Abzäunung ausgedörrte Lämmer – wie wir zu erkennen glauben – angebunden sein. Die Köpfe und Felle fehlen. Hat da einer eine ganz besondere Art von Humor? Oder sollen sie das Böse vom Land fern halten? So wie in Peru und Bolivien, wo getrocknete Lamaembrios als  Glücksbringer unter die Häuser eingemauert werden? Wir wissen es nicht. Aber der Anblick hält wach. Zum Glück! Denn vor uns taucht ein ziemlich aufgeregtes Nandumännchen auf. Mit gespreizten Flügeln versucht es eine richtig grosse Kückenschar von der Strasse zu treiben. Mit langgestreckten Hälsen verschwinden die gestreiften Knäuel in die Büsche. Das spornt an. Wir kommen so gut vorwärts, dass wir die angepeilte Tagesetappe schon um 14.°°Uhr erreichen. Von hier sind es nur noch 200 km bis nach El Chalten, dem letzten Bergdorf zu Füssen des Fitz Roy Massives. Unser Schnüfeli schnurrt wie eine zufriedene Katze hinter dem Ofen und unsere Hintern wurden auf der Schotterpiste gut in Bewegung gehalten – tun also auch nicht weh. So fahren wir weiter um unser morgiges Ziel heute schon zu erreichen.

Trotz Sonnenschein verstecken sich die Berge leider hinter einer Nebelwand. Noch beim Einschlafen registrieren wir, dass der sturmartige Wind aufgehört hat. Na, wenn das kein Versprechen ist? Wir freuen uns auf Morgen.

 

Wie wir die Vorhängeziehen sehen wir überrascht, dass wir im Schnee stehen. Leise fallen noch kleine Flocken. Zum Schutz gegen die Kälte haben sich Löwenzahn und Kirschbaumblüten die flauschige weisse  Decke über die Köpfe gezogen. Draussen vor dem Tal und auf einem Berggipfel ist etwas blauer Himmel zu sehen und Hoffnung keimt auf. Es gibt so Tage, da wird das wohlig geheizte Schnüfeli zum heimeligsten Heim auf der Erde.

 

Nach einer weiteren eisig kalten Nacht scheint heute die Sonne und kämpft gegen die Restbewölkung an. Das Wetter bleibt unsicher für die nächsten Tage. So nutzen wir die Aufhellung und fahren im Nationalpark Los Glaciares am Fitz Roy Massiv vorbei zum Lago Desierto, dem nördlichsten Punkt des Parkes. Trotz Schneeresten ist auch hier im Tal zwischen den Andenkordilleren der Frühling überall zu entdecken. Es ist doch noch richtig mild geworden. Mir vier  Motorradfahren aus Buenos Aires teilen wir den Mittagslunch und Hanspeter bekommt nicht zum 1.x eine Adresse zugesteckt, falls wir unser Schnüfeli nächstes Jahr verkaufen wollen. Hier erfahren wir auch, dass Ende des 20. Jahrhundert um diesen See fast ein Krieg mit Chile ausgebrochen ist. Die Chilenische Regierung habe Militär in der Region zusammen gezogen und wollte diesen Teil Argentiniens einziehen. Nur der Vermittlung des Papstes sei es zu verdanken gewesen, dass der Grenzkonflikt friedlich beendet werden konnte. Hätte nur ein Soldat einen nervösen Finger gehabt, wäre es zum Kampf um diesen See und das Tal gekommen. (Später erfahren wir, dass El Chalten  wegen diesem Konflikt gegründet wurde. Um zu unterstreichen, dass das Tal Argentinisches Hoheitsgebiet ist wurde dieser Ort gegründet).

Am Abend lesen wir in unserer Mailpost, dass bei Reisegefährten ins Wohnmobil eingebrochen wurde. Hier im Süden von Patagonien beginnt im Frühling die Hochsaison für Reisende – aber leider auch für die Diebesbanden. Ab sofort werde ich beim Camper bleiben, wenn wir einkaufen müssen und zur Sicherheit werden jetzt auch wir jedes Mal hupen, wenn wir bei einer Gedenkstätte von Gauchito Antonio Gil vorbei fahren. Das soll Glück bringen und vor Unfällen, Krankheit, Tod und allem möglichen schützen.

Der Legende nach war Antonio Gil ein einfacher Landarbeiter der Ende des 19. Jahrhunderts lebte. Er hat sich sehr für die Rechte der einfachen Bevölkerung eingesetzt. Vor den Nachstellungen der Grossgrundbesitzer floh er in die Wälder, wo er so etwas wie der Robin Hood der Argentinier wurde.  Er verliebte sich in eine reiche Witwe auf die auch der Polizeichef ein Auge geworfen hatte. Dieser nahm ihn schliesslich gefangen und folterte ihn grausam. Am Abend vor seiner Hinrichtung hört er vom Gefängniswärter, dass dessen Sohn todkrank ist. Antonio Gil versprach ihm für seinen Sohn zu beten. Als nun der Wärter am Abend heim kommt erwartet ihn sein geheilter Sohn – und eine Legende war geboren, die den Gauchito Gil zum Volksheiligen machte.  Bis heue sind in ganz Argentinien an den Strassenrändern kleine rote Schreine aufgestellt, geschmückt mit roten Fahnen. Oft liegen Autoteile, Kleider, Bausteine und allerlei andere Dinge herum. Was wir als Abfall zu erkennen glaubten sind in Wirklichkeit Gegenstände die hingebracht wurden um den Gauchito an die Wünsche zu erinnert die man an ihn hat. An Sonntagen sieht man ganze Familien die – auch an stark befahrenen, staubigen Strassen – an solchen Gedenkstätten picknicken.  Es gibt übrigens auch eine Volksheilige, die für die Argentinier zum Idealbild der Mutter wurde.  Sie machte sich, so geht die Sage,  mit ihrem Baby auf dem Arm zu Fuss auf den Weg um ihren verschollenen Mann zu suchen. Völlig erschöpft brach sie zusammen und noch im Sterben legte sie das Kind an ihre Brust. So wurde es noch lebend bei seiner toten Mutter gefunden. Ihre Gedenkhäuschen sind weiss und drum herum sind oft Berge von Pet-Flaschen zu sehen. Sinnigerweise wird sie damit erinnert, dass sie doch immer für genug Wasser sorgen soll. In dieser kargen Region in der nicht einmal an den Ufern von Seen und Flüssen ein Grüngürtel wächst, kann ich immerhin diesen Wunsch gut verstehen.

 

Gestern sind wir zum Perito Moreno Gletscher gefahren, der im südlichen Teil des Glaciar Nationalparkes liegt. Leider waren die Berge wolkenverhangen. Aber der Gletscher ist fast in der ganzen Länge nebelfrei. Es werden ganz neue Stege gebaut die zu verschiedenen Plattformen führen. An der tiefsten Stelle kann man auf die Landzunge an die sich der Gletscher herangeschoben hat. Dadurch hat er den oberen Teil des Sees Argentina abgetrennt. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich das Wasser im hinteren Becken staut. Alle paar Jahre wird der Wasserdruck so hoch, Dass die Gletscherzunge weggesprengt wird und die Flutwelle in den unteren See schiesst. Aber auch ohne dieses Spektakel ist der Anblick grandios. Wir erhalten die Erlaubnis auf dem Parkplatz – mit Blick auf den Gletscher – stehen zu bleiben. Weil der Eintritt nur für einen Tag gilt, müssen wir Morgen vor 17.°°Uhr den Park wieder verlassen. So haben wir fast zwei Tage!

 

Am Morgen hebe ich etwas den Vorhang – und schaue in den blauen Himmel. Ein Rundumblick zeigt dann allerdings, dass es eher blaue Fenster im grau verhangenen Nebel sind. Aber immerhin. Also schnell die Kamera gepackt um einige Lichtbilder – im wahrsten Sinn des Wortes – zu schiessen.  Es ist noch früh am Morgen und die Tagesbesucher sind noch nicht eingetroffen. Ich stehe ganz alleine vor dieser überwältigenden Kulisse. Die Sonne wandert übers Eisfeld und wie mit einem Spotlicht leuchtet sie den Gletscher aus. Vögel zwitschern in den Büschen. Eine Eissäule bricht ab und stürzt ins Wasser. Kondore sind auf dem Kontrollflug über dem Gletscher. Der grollt, braust, schiesst, knallt und knackt. Donnergrollen und Böllerschüsse lösen sich ab mit einem rollenden Geräusch als ob Geröll eine Halde runter kollert. Es ist unglaublich, aber ich hab den Gletscher sprechen hören!

Irgendwann bemerke ich, dass Hanspeter nicht nachgekommen ist. Ich gehe zurück zum Parkplatz und sehe sofort den Grund. Fünf Jungs lungern um ihr Auto herum. Sie haben keinen Blick für die grandiose Natur. Umso mehr aber interessieren sie die ankommenden Autos. Nur Autofreaks? Wir wollen ihnen nichts Böses unterstellen. Aber nach all den Überfall- und Einbruchgeschichten lassen wir unser Schnüfeli lieber nicht allein. So löse ich Hanspeter ab damit auch er das Sonnenglitzern im Blauweiss des Eises aus der Nähe geniessen kann.

 

Nach dem Verlassen des Parks biegen wir ab zum Lago Roca. Der liegt malerisch im Nachbartal vom Gletscher und sein Wasser leuchtet im tiefen Blau, denn kein Eiswasser kühlt ihn zur weisslichen Gletschermilch. In diesem NP finden wir einen verträumten Platz unter niederen Bäumen. Hier können wir gratis campieren. Allerdings ohne jeden Komfort. Aber der nahe Bach hat Trinkwasserqualität, die Sonne scheint, ein warmes Lüftchen weht und vor uns liegt der See in dem sich die Schneeberge spiegeln.

 

Nach zwei Tagen zwingen uns die zur Neige gehenden Vorräte zurück nach El Calafate. Es beginnt zu regnen und so ziehen wir uns auf den Camping Munizipal zurück, wo wir alles haben. Von Ambiente bis WIFI.

 

Nach zwei weiteren Tagen guckt die Sonne zwischen den Wolken durch. Wir wollen den Rest der Woche noch einmal zum Lago Roca. Fährt man vom Ort auf der Schotterpiste dahin, bieten sich wunderbare Blicke über riesige Schafherden und Seen bis hin zum Perito Moreno Gletscher. Zahlreiche europäische Hasen sausen über die Piste. Andere haben nur Augen für ihre Liebste mit der sie das frische Grün teilen. Wo es so viele Kleintiere gibt, sind auch die Greifvögel nicht weit. Sogar die Kondore sind hier auf der Jagt. Zum 1.x in all denTagen sind heute alle Berggipfel wolkenfrei. Das verspricht glanzvolle Fotos am Perito Moreno Gletscher. Es ist sehr warm und wir hoffen auf einen grossen Eisabbruch. Also biegen wir kurz vor unserem angepeilten Ziel rechts ab und fahren noch einmal in den Nationalpark. Riesige Eisbrocken schwimmen im Wasser und der Gletscher ist immer irgendwo in Bewegung. Zahlreiche kleinere und grössere Abbrüche belohnen unser erneutes Herkommen. Jetzt am Wochenende ist der Parkplatz bewacht und wir können das Schauspiel gemeinsam geniessen. Ab 16.°°Uhr wird es ruhig und wir parken um, um noch einmal eine Nacht hier zu verbringen. Hinter dem Gletscher versinkt die Sonne und verzaubert die Berge im geheimnisvollen Abendlicht. Mit rot verbrannten Gesichtern gehen wir früh schlafen. Wir wollen Morgen den Sonnenaufgang auf keinen Fall verpassen!

Rechtzeitig in der Früh sind wir wach. Ein kalter, kräftiger Wind rüttelt an unserem Schnüfeli. Erwartungsvoll heben wir die Vorhänge und – es schneit!?! Nichts ist’s mit einem weiteren schönen Tag am Gletscher. So schnell es die Sommerreifen erlauben ziehen wir ab und trösten uns mit dem Gedanken, dass wir in den drei Tagen unseres hier seins 3 Jahreszeiten erlebt haben. Den Frühling mit den verhangenen Bergen am ersten Tag. Den Sommer mit dem Sonnenbrand gestern und heute den Winter. Wir finden, ziemlich Rekordverdächtig.

In El Calafate ist es ebenfalls stark bewölkt, aber die Sonne bricht immer mal wieder durch. Abwechslung bringt ein Caucho-Treffen das wir besuchen und für Aufregung sorgt eine Virenwarnung in unserem Laptop. Wir trauen uns nicht Günter über Skype anzurufen und so saust Hanspeter ins nächste Fachgeschäft. Im Gegensatz zu uns bleiben die ganz ruhig. Morgen Abend können wir unseren Laptop wieder abholen.

Wir zittern dem Abend entgegen und hören dann erleichtert, dass der Compi wieder 100% clean ist. UFFF!

 

Allerdings haben sich doch einige Fehler eingeschlichen und es fehlen für uns wichtige Programme. Günter beruhigt uns, dass er wohl alles wieder richten kann, wenn wir in drei Wochen in der Schweiz sind. Einmal mehr heisst es bei uns: Bei Computerbroblemen nicht verzagen, Günter fragen!

 

Für uns wird es nun Zeit weiter zu fahren. So verabschieden wir uns von Heinrich und Traudel mit denen wir eine schöne Zeit verlebten und fahren wieder zurück zur RN 40. Kurz nach dem Ort steigt die Strasse zügig zu einer Hochebene auf und wieder erleben wir, wie schnell sich hier in Patagonien das Wetter ändern kann. Vor einer Stunde sind wir bei bewölktem Himmel und Sonnenschein abgefahren. Auf der Hochebene treibt der Wind Graupelschauer vor sich her. Kaum gewöhnen wir uns an den Gedanken bricht die Sonne durch die aufreissenden Wolken. Lange genug um den Nanduweibchen zuzuschauen die friedlich zwischen den Schafherden weiden. Etwas weiter spaziert ein stolzer Nandumann mit seiner Jungschar vorbei. Wiesenbäche neandern und zahlreiche kleinere Seen und Tümpeln bieten Enten, Gänsen und Flamingos Nahrung und Ruheplatz. Nach 2,5 gemütlich gefahrenen Stunden erreichen wir die Chilenische Grenze. Die Formalitäten und Kontrollen sind schnell erledigt. Leider hat uns das schlechte Wetter wieder eingeholt und die heftigen Sturmböen fegen uns fast von der Strasse. So quartieren wir uns nach dem Einkauf im Campingplatz in Puerto Natales ein. Dieser kleine Ort liegt nur 21 Kilometer von der Grenze entfernt am Fjord Ultima Esperanza. Damit haben wir wieder den Pazifik erreicht.

 

Heute Morgen werden wir von der Sonne geweckt. Es ist deutlich wärmer. Der ideale Tag um in den Nationalpark Torres del Paine zu fahren. Je näher wir den Bergen kommen, umso klarer wird der Himmel. Ein Vaquero treibt, begleitet von seinen Hunden, eine Schafherde zusammen. Guanakos wälzen sich voller Hingabe in Sandsuhlen. Nandus sind auf Futtersuche. Einige junge Straussenvögel haben schon ihr Streifenkleid abgelegt und erkunden, schon mutig etwas abseits vom Vater, in kleinen Gruppen die grosse Welt und mit Fug und Recht können sie sagen: Wir leben da, wo sich Fuchs und Has gute Nacht sagen. An der Laguna Azur finden wir einen Campingplatz. Wir dürfen Vaqueros beim Arbeiten mit den Pferden zusehen und am Nachmittag lüften die Nebelschleier ihr Geheimnis und zeigen uns die Gipfeltürme die dem Park den Namen geben. Ein Schwalbenpaar hat das Kabelloch bei unserem Schnüfeli entdeckt und fliegt emsig ein und aus. Das aufgerollte Elektrokabel im Innern scheint genau so ideal zur Aufzucht zu sein wie das enge Einschlupfloch. Die Beiden sind auf jeden Fall so begeistert, dass sie sich von uns nicht stören lassen. Wäre das schön, könnten wir hier bleiben und den Schwalben bei der Aufzucht zusehen. Aber das Versprechen an Michele an Weihnachten bei ihr zu sein wiegt doch mehr. Schweren Herzens verschliessen wir das Loch und müssen zusehen, wie lange sie immer wieder unseren Van anfliegen, bis sie die neue Situation akzeptieren.

Um 18.°°Uhr ist unser Essen im Lagerfeuer gar und weil wir eine ideale Glut haben, wird die Hitze noch zum backen eines Brotes genutzt. Erst nach 21.°°Uhr versinkt die Sonne hinter den Bergen. Die Torres haben sich flauschig weiche Wolkendecken über die Köpfe gezogen. Zeit auch für uns, dass wir uns in unseren Camper zurück ziehen.

 

Wer schon einmal im Frühling in den Bergen unterwegs war weiss was wir sehen und fühlen. Wenn man Guanakos streichelnah im Sand baden sieht, die staksigen Jungtiere  bei ihren ersten Sprüngen beobachten kann und den stolzen Hengst bewundert der von einer Anhöhe seine Herde bewacht. Wenn Hasen verliebt hinter Häsinnen nachjagen, der Fuchs mit der Nase am Boden einer Fährte folgt. Wenn sich im Wasser Enten, Gänse, Kormorane, Schwarzhalsschwäne und Flamingos tummeln. Wenn sich die Schneeberge  selbstverliebt im See spiegeln und sich über allem die Kondore in den Himmel schrauben. Dann ist man da – im Parque National Torres del Paine – so wie wir ihn erlebt haben.

 

Im Gespräch mit einem Tourenanbieter hören wir, dass sie noch nie erlebt haben, dass hier drei Tage lang die Sonne scheint und alle Berge wolkenfrei sind. – NEIN – ich hab ihn nicht losgelassen. Den Spruch mit den reisenden Engeln und dem schönen Wetter. Tu ich auch jetzt nicht. Nein, nein!

 

Trotzdem heisst es nach diesen drei wunderschönen Tagen Abschied nehmen. Wir fahren heute weiter nach Punta Arenas.

 

Den gestrigen Tag haben wir genutzt um uns diesen Ort anzusehen. Schön ist der Blick vom Mirador über die Stadt auf die Magellanstrasse. Der Friedhof soll – neben dem von Buenos Aires – der schönste des Landes sein – und er ist wirklich sehenswert. Leider wird die Uferpromenade neu gebaut. So bummeln wir gemütlich in den grünen Mittelstreifen zwischen den Häusern wieder heim zu unserem Schnüfeli.

 

Pünktlich um 8.°°Uhr sind wir am Fährhafen. In einer 2,5-stündigen Fahrt überqueren wir die Magellanstrasse und betreten in Porvenir Feuerland. Wir fahren auf Naturpisten durch eine reizvolle aber karge Prärielandschaft weiter zur argentinischen Grenze San Sebastian. Heftige Winde steigern sich zu Sturmböen die den Sand vor sich hertreiben. An der Grenzstation können wir die Türe kaum halten und stemmen uns regelrecht gegen den Wind, der die Feuchtigkeit des Atlantiks mit sich trägt.

Von Greti und Gerhard haben wir per Mail erfahren, dass sie am Lago Fagnano sind. Mal sehen, ob wir sie da noch erreichen.

Auch hier am See ist es ziemlich Windig. Wir bleiben darum nur eine Nacht, auch darum, weil unsere Bekannten schon weiter gefahren sind.

 

Es ist auch heute immer noch stark bewölkt. So richtiges Aprilwetter. Im Zelt neben uns hat ein junges Schweizer Paar genächtigt. Nach einem kurzen Plausch fahren auch sie weiter nach Ushuaia. Inzwischen scheint die Sonne wieder. Hier im Süden Feuerlands präsentiert sich die Natur völlig verändert. Die weiten Steppen und Weiden sind von einer bewaldeten Hügellandschaft abgelöst worden. Feuchtgebiete, Moore und überflutete Wälder bedecken die Täler. Wir fahren auf schneebedeckte Berge zu. Auf dem Paso Caribaldi peitschen Sturmwinde Schneeflocken an die Autoscheiben. Hier auf der Passhöhe treffen wir ‚unsere’ Schweizer wieder und wir verbringen gemeinsam die Mittagspause im warmen Schnüfeli. Kaum haben wir die Passhöhe überfahren reissen die Wolken immer mehr auf und Ushuaia empfängt uns mit Sonnenschein. Schnell finden wir den Campingplatz La Pista del Andino mit einem tollen Blick über den Ort auf den Beagle Kanal und in die verschneiten Berge. Hier dürfen wir unseren Camper stehen lassen bis wir wieder von unserem Schweizerurlaub zurück sind.

 

Der heutige Morgen verspricht ein schöner Tag zu werden und auch für Morgen ist Sonne angesagt. Ideale Voraussetzungen für ein schönes Wochenende im NP Tierra del Fuego.

Unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht. Die ursprüngliche Natur und ihre Tierwelt nimmt uns gefangen und auch das Wetter spielt mit. Es ist so mild, dass ich im Sommer-T-Shirt und nur mit einer Wolljacke spazieren gehen kann. Für die grösseren Wanderungen ist aber doch die Regenjacke angesagt. Immer wieder stösst eine Wolke ihre Nase an die Schneeberge und weint sich einen Moment aus. Die Sonne trocknet aber sehr schnell die Tränen so dass es gar nicht lohnt vor den Tropfen zu fliehen. Der Frühling hat auch hier am südlichsten Ende Amerikas deutliche Zeichen gesetzt im glänzenden Grün der Laubbäume, den blühenden Wiesen und den Johannisbeerstauden die, noch ganz unscheinbar, Früchte angesetzt haben. Eine 8-Kilometerwanderung entlang der Fjorde ist der krönende Abschluss in diesem schönen Park.

 

Die letzten zwei Tage waren ausgefüllt mit allen Vorbereitungen die eine längere Abwesenheit mit sich bringt. Heute nun ist der grosse Tag. Wir fliegen für fünf Wochen zu unseren Lieben in die Schweiz. Das Wetter ist gut und verspricht einen ruhigen Flug via Buenos Aires nach Atlanta und von da nach Zürich. In 22 Stunden sollten wir unser Ziel erreichen.