St. Louis - Memphis - Nashville

Wir sind in der Gebirgslandschaft des Shanandoah NPs unterwegs und geniessen eine herrliche Fahrt durch eine bewaldete, kaum besiedelte Hügellandschaft. Der Blue Ridge Parkway führt meist über die Kämme und bietet uns so immer wieder schöne Panoramablicke. Jetzt in der Hochsaison des Indiansummers leuchten die Bäume von hellem Gelb und Gold über Brauntöne bis hin zu einem leuchtenden Rot, das zuweilen fast ins Schwarze übergeht. Die kurvige Strasse steigt bis über 1000 m über Meer an und in einem ständigen Auf und Ab erreichen wir den tiefsten Punkt mit 215 m bei Otter Creek, wo wir übernachten.

Heute am letzten Oktobertag verlassen wir den Nationalpark und schauen uns an seinem westlichen Ausgang die Natural Bridge an. Unter der imposanten Felsenbrücke hindurch folgen wir einem Naturweg entlang des Cedar Creek und besuchen das Dorf der Monacan Indianer. Hier wird uns von einer alten Indianerin und Ihrem Mann, als Trapper gekleidet, das Leben erklärt wie es vor 300 Jahren aussah. Sehr eindrücklich ist das Rundhaus in der Form eines Iglus, wo die Familie lebte. Im Langhaus trafen sich die Männer zum Palaver, während ein gedeckter Unterstand als Werkstatt diente. Hier wird immer noch für die Besucher gekocht und das Handwerk gepflegt. Ausserhalb des geschützten Dorfes - aber ebenfalls eingezäunt - ist ein Gemüsegarten angelegt. Wir sind von der Behaglichkeit des Wohnhauses, dem alten Paar und seinen Geschichten fasziniert und tief beeindruckt. Fast kommt Trauer auf über das verlorene Paradis.

Unser Ziel heisst St. Louis, das wir am 3. November erreichen. Es ist schon Abend und wir sind bei der Ueberquerung des Mississippi überwältigt vom ersten Blick auf den Gateway Arch. Leider muss das für den Moment genügen. Wegen der fortgeschrittenen Zeit fahren wir weiter bis Stanton, der Heimat von Jesse James, wo wir die nächsten Tage auf einem Campingplatz in einem lichten Eichenwald wohnen werden.

Eigentlich wollten wir heute nach St. Louis, jedoch der Hexenschuss an dem Hanspeter leidet, hat dies verhindert. Zum Glück lindern die Mittel der Hausapotheke und die Sonnenwärme auf dem Rücken die Schmerzen. Wir nutzen die Zwangspause um die Homepage nachzuführen, lesen und faulenzen.

Heute, am 6. November, fahren wir direkt zum Gateway Arch, dem berühmten 'Torbogen zum Westen'. Direkt unterhalb am Mississippi finden wir einen Parkplatz - und werden mit Musik von der Landungsbrücke eines Mississippidampfers begrüsst. TOLL! Begleitet vom Blues steigen wir die Treppe hoch und stehen unter dem 192 m hohen Bogen! Hanspeter war schon einmal hier und macht mich auf gaanz kleine Fensterchen am höchsten Punkt aufmerksam. Da wollen wir hinauf !? Zuerst heisst es aber in den Untergrund, durch eine Sicherheitskontrolle, ins Besucherzentrum. Hier befindet sich auch ein Museum und an der Wand ein grosses Relief, das den Gateway Arch im Grössenvergleich mit anderen Bauwerken und Naturwundern zeigt. Aber dann geht's ab zum Lift. Das heisst: Hanspeter spricht von einem Lift - die Angestellten von einem Tram - in Wirklichkeit ist es, ja wie soll ich das beschreiben? Technisch sicher nicht korrekt, aber mit meinen Worten. Es sind rundliche Kabäuschen die sich dadurch perfekt der Bogenführung anpassen können. Eine Treppe führt vor eine Wand. Auf verschiedenen Höhen sind in der Wand nummerierte Stahltüren. Es wird uns gesagt vor welcher Tür wir warten müssen. Nach einiger Zeit gehen sie auf und in tief gebückter Haltung steigen maximal 5 Personen aus den weissen Kabinen. Hanspeter und ich steigen, ebenfalls tief gebückt, ein und setzen uns auf einen der 5 an der Wand befestigten Plastiksitze. Stehen geht nicht. Die Türen schliessen und wie zwei Kücken sitzen wir in unserem hermetisch abgeschlossenen künstlichen Ei. Dann beginnt ein Rucken und Zucken. Deutlich ist der Motor zu hören. Zuerst das Gefühl hochgezogen zu werden, dann ein leichtes Kippen. Wir 'fahren'? in einer Schräge. Es ist schwer sich zu orientieren. Ein kleines Fensterchen erlaubt den Blick auf ein Nottreppenhaus. Das hilft ein wenig das mulmige Gefühl zu ertragen. Dann noch ein kräftiger Ruck und unser Ei wird langsamer. Die Tür öffnet sich und die Kapsel entlässt uns aus ihrer Enge. Eine kurze Treppe hoch und ein gewölbter Gang mit schmalen Fenstern und einer 'Liegesimse', einer mit einem Teppich bezogenen Schräge, gibt den Blick auf eine unglaubliche Weise frei! Aus dieser Höhe sieht die Welt aus wie Spielzeug in einem Kinderzimmer. Einfach Fantastisch! Wieder auf sicherem Boden schauen wir uns den eindrücklichen Film über den Bau des Torbogens an. Baubeginn war im Februar 1963 und im Oktober 1965 wurde er fertiggestellt. Höhe und Spannweite: 192 Meter. Die untere Hälfte ist eine Verbundkonstruktion, die obere Hälfte eine Stahlkonstruktion und die Verkleidung ist aus rostfreiem Stahl. Aber das alles finde ich eigentlich gar nicht so interessant. Mich faszinieren die beiden Kräne, die auf jeder Hälfte am wachsenden Bauwerk mit hoch kraxeln. Aber weiche Knie und feuchte Hände bekomme ich, wenn ich die Arbeiter sehe die mit der grössten Selbstverständlichkeit bei Wind und Wetter auf den Stahlträgern herumgehen. Es sind keinerlei Absicherungen zu sehen und durch die Kameraführung hat man das Gefühl selber da oben zu stehen. Für mich ist klar: Das sind Helden - oder Verrückte!  Danach ist der Besuch des alten Gerichtsgebäudes und der Kathedrale St. Louis schon fast eine Kleinigkeit und ein Vergnügen . Ganz erstaunt stellen wir fest, dass es schon Abend ist und ein herrlicher Sonnenuntergang über dem Mississippi begleitet uns auf der Fahrt zum Campingplatz.

Heute am 9. November kommen wir in Memphis an und wie meistens bei Stadtbesuchen gehen wir in ein Visitor Center, wo wir Stadtplan und Infos bekommen. Vis a vis vom Welcome Center steigen wir in ein altes Tram, das uns vom Mississippi zu DER Musikstrasse, der Beale Street , fährt. In den 20er Jahren galt dieses Viertel von Memphis als das Geschäftszentrum der Afroamerikaner. Sie war berühmt-berüchtigt wegen ihrer Vergnügungsetablissements, Bars, den Theatern und Konzertbühnen. In den späten 60er Jahren rollten Bagger an und liessen nur einige Kaufläden und das Orpheum Theater stehen. Inzwischen ist die Beale Street zum Historic District ernannt worden. Zwischen der 2. und 4. Strasse fühlt man sich wirklich in die alte Zeit zurück versetzt. Hinter den Fassaden im Stil der 20er Jahre gibt es wieder Läden, Clubs, Cafés und auch die Musik ist überall aus den Geschäften und auf der Strasse zu hören. Wir nehmen uns die Zeit und besuchen die Gitarrenfabrik Gibson. Hier werden Instrumente für die ganz Grossen am Musikhimmel gebaut. Für Einsteiger gibt es bereits Gitarren ab 1500 Dollar. Doch nun zieht es uns mit Macht ins Rock 'n' Soul Museum. Eine überaus faszinierende Ausstellung präsentiert die Musikgeschichte dieser Stadt. Zu Beginn zeigt ein Film auf sehr ehrliche Weise die Probleme der Migration, Rassismus, der Jugendkultur und den Bürgerrechten. Das Schicksal dieser Hafen- und Handelsstadt wurde durch die Baumwolle und Sklaverei bestimmt. Zahlreiche schwarze Immigranten blieben auf der Flucht von der Armut im Delta, hier hängen. Sie veränderten und prägten das Gesicht der Stadt. Dieses Museum erzählt auf lebendige Art die Geschichte und dank der Audio-Führung hören wir bei jedem Punkt die dazugehörige Musik. Irgendwann fallen mir die sich im Takt bewegenden Mitbesucher des Museums auf - und ich merke, dass auch ich am Tanzen bin. Bei diesen Rhythmen kann man einfach nicht still stehen! Natürlich stehen hier auch, verteilt auf ihre Epochen, die bekannten Wurlitzer Musikautomaten. Ueber die Kopfhörer kann man sich die Titel abspielen. Unmöglich sich nur ein oder zwei Musikstücke anzuhören! Trotzdem haben wir das Gefühl nur kurze Zeit hier verbracht zu haben und überlegen uns, was wir den restlichen Nachmittag noch unternehmen wollen - und können beim Hinaustreten auf die Strasse kaum glauben was wir sehen. Es dämmert schon! Unser Schnüfeli steht schon seit Stunden beim Visitor Center und Hanspeter fährt nicht gerne bei Nacht. Also schnell zum Tram das uns bei einer Rundfahrt zurück zum Mississippi bringt. Wir sind fast die einzigen Weissen im vollgestopften Wagon - da steht ein junger schwarzer Mann auf und singt aus tiefstem Herzen kommende Gefühle. Was würde so eine Darbietung bei uns auslösen? Hier wird der Takt dazu geschlagen, es wird gelacht und man bedankt sich beim jungen Mann, der bei jeder Station liebevoll den Gehbehinderten und Müttern über die hohen Wagentritte hilft. Wir fühlen uns einfach wohl und geborgen inmitten all dieser Menschen. Am Uferbezirk fahren wir an einer Pyramide aus Stahl und Glas vorbei. Wir erfahren, dass sie nur ein Drittel kleiner ist als die Cheobspyramide in Aegypten und sie soll Memphis' Verbindung mit dem Nildelta symbolisieren. Auf der Heimfahrt geniessen wir einen grossartigen Sonnenuntergang und beobachten, wie ein riesiger Vogelschwarm einen Schlafplatz in den Bäumen sucht.

Natürlich ist hier in Memphis auch für uns ein Besuch in Elvis Presleys Heim ein muss. So fahren wir heute zu seinem Wohnsitz Graceland. Das Anwesen liegt in einem Aussenbezirk südlich der Stadt. Das Haus ist nach heutigem Massstab gemessen gar nicht so gross. Es ist heimelig, gediegen und im Stil der 70er Jahre eingerichtet. Es ist nicht möglich einfach so das Grundstück zu betreten. So parkieren wir auf der gegenüber liegenden Strassenseite im Graceland Plaza. Hier bekommen wir auch die Eintrittskarten und alle paar Minuten fährt ein Minibus die Besucher zum Haus. Dank Kopfhörern werden wir nun in unserer Sprache durchs Haus und über das Grundstück geführt. Elvis ist hier noch sehr präsent. Was mir besonders sympatisch ist, ist die Tatsache, dass die oberen Räume auch heute noch für die Besucher nicht zugänglich sind. Im Kopfhörer wird uns der Grund dafür von seiner Tochter erklärt. "Wir hatten immer ein offenes Haus. Eigentlich waren immer irgend welche Leute da. Immer wurde gelacht, gespielt, diskutiert und in der Küche war 24- Stundenbetrieb. Aber immer wurden die Gäste unten empfangen. So sollen die oberen Räume aus Respekt auch so viele Jahre nach seinem Tod privat bleiben". Sehen dürfen wir die geschmackvoll eingerichtete Wohnstube, das gediegene Esszimmer, das Schlafzimmer seiner Eltern, die grosse Küche, den TV-Room, das Billiardzimmer und, und, und. Eigentlich habe ich irgendwie ein ausgeflipptes oder kitschiges Künstlerdomizil erwartet und bin ganz überrascht, wie heimelig - und mit dem Blick von heute - gar nicht protzig das Haus und der Garten eingerichtet sind. Im separaten Trophy Room werden die Platin-, Gold- und Silberschallplatten die Elvis gewann, ausgestellt. Zu sehen sind da auch seine Bühnenanzüge und Auszeichnungen die er zum Beispiel für seine vielen sozialen Unterstützungen bekam. Heute ist es ja üblich, dass man damit angibt. So nach dem Motto: Tu Gutes und sprich darüber. Schön an dieser Führung sind die persönlichen Einspielungen und Erläuterungen von Elvis, seiner Frau und seiner Tochter. Das gibt insgesamt ein sympatisches, menschliches Bild. Auch wenn natürlich klar ist, dass hier nur die positiven Seiten gezeigt werden. Was eigentlich auch wieder ganz menschlich ist. Denn nichts anderes tun wir selber bei unserer Selbstdarstellung. Zurück im Graceland Plaza besuchen wir noch die Autoausstellung mit dem rekonstruierten Drive-in-Kino und ein kurzer Blick gehört auch noch den Privatflugzeugen. Nach einem feinen Zmittag im dazu gehörenden Restaurant besuchen wir die Sun Studios, wo Elvis seine ersten Platten aufnahm. Im angeschlossenen Museum sind viele Gegenstände von Showgrössen des Blues, Soul und Rock 'n' Roll ausgestellt und wir erfahren, dass der Produzent Sam Phillips, der Sun Records ins Leben rief, Ike Turner in die Clubs der Beale Street schickte um junge Talente aufzuspüren. Sie lernte er seine spätere Frau, Tina Turner, kennen. Einer der grossen Soul Sänger, Al Green, ist heute Pfarrer im Full Gospel Tabernacle nicht weit entfernt von Elvis Haus und bei der Sonntagsmesse mit Gospelmusik sind Besucher willkommen. Mit solchen Geschichten und viel Musik gelangen wir ins winzige Studio das nur aus einem Raum, vollgestopft mit Instrumenten und Erinnerungsfotos, besteht. Unser Studioführer, selbst ein junger Musiker, versteht es auf seine lebhafte, hinreissende Art die damalige Zeit aufleben zu lassen. Fast ist es, als sei man selber dabei gewesen. Spontan entscheiden wir uns: Morgen besuchen wir die Sonntagsmesse im Full Gospel Tabernacle in Whitehaven!

Zehn Minuten vor Messebeginn stehen wir vor der Kirche. Es sind schon viele Autos da und die Türe ist zu. Sind wir zu spät? Nach einigem Zögern gehen wir hinein und sind in einem Hausgang. Unschlüssig stehen wir da. Sollen wir einfach die grösste Tür, hinter der Stimmen zu hören sind, öffnen? Wir sind noch am Werweisen, da geht sie auf und eine freundliche Frau meint lächelnd: "Kommt nur rein". Auf dem Program das wir erhalten steht, dass der Gottesdienst erst in 45 Minuten beginnt und wir nehmen zur Zeit an der Sonntagsschule teil. Es gibt keinen Monolog eines geschulten Laien wie bei uns. Die Kirche ist schon gut besucht und jeder der etwas zu sagen hat steht auf und tritt ans Mikrofon. Er wird mit Zwischenrufen ermuntert, beklatscht und es ist ein lebhaftes Hin und Her. Eine Mutter kommt mit ihren beiden Söhnen nach vorne und sagt: "Wir haben uns Gedanken gemacht über das Spotlight". Im wechselnden Gespräch führen sie uns vor, worauf wir unser "Scheinwerferlicht" oft werfen - und wohin wir es statt dessen richten sollten. Eine andere Frau holt sich zwei Personen als Helfer aus den Bänken. Die eine bekommt ein Schwert, die andere muss eine Salbentube ausdrücken. Danach werden sie aufgefordert die Creme wieder zurück zu tun, was natürlich nicht geht. "Seht ihr", meint sie, "Das Schwert wird als gefährliche Waffe erkannt. Aber mit der Salbe ist es wie mit Worten. Auch sie können tötlich sein, oder schwer verletzen - und wie die Salbe -  niemand kann sie zurück nehmen. Darum - seid vorsichtig mit euren Worten". In der Zwischenzeit ist Bischof Al Green, der Gospelchor und die Musiker dazu gekommen und übergangslos geht die Sonntagsschule in die Messe über. Es gibt keine Lithurgie wie wir uns das gewohnt sind. Immer wieder werden der Pfarrer und die PredigerInnen mit Zwischenrufen und Klatschen bestätigt. Der Chor, der mit einer unglaublichen Inbrunst, laut begleitet von den Musikern, singt, reisst die Zuhörer mit. Niemand kann still sitzen. Nicht selten meldet sich jemand, fast möchte man sagen aus dem Publikum, der etwas sagen will. Ganz selbstverständlich unterbricht Al Green seine Rede und übergibt das Mikrofon. Ueberwältigt von ihren Gefühlen geht eine junge Frau nach vorne. Sie erzählt von den Sorgen um ihren Bruder, ihrem Alkoholproblem und sie singt ihre Angst und Not mit einer unglaublichen Stimme und einer Inbrunst wie ich es noch nie erlebt habe. Weinend bricht sie zusammen, wird von Gottesdienstbesuchern in eine Decke gehüllt und liebevoll in ihre Mitte genommen. Ein Mädchen, vielleicht im Alter unserer Michele, süss in weisse Spitze gekleidet unterbricht den Pfarrer mit den Worten:"Ich habe das Gebet unseres Herrn auswendig gelernt und möchte es gerne vorbeten". Er bittet uns alle dazu aufzustehen und wie es nur ein Kind kann, betet sie das "Vater unser" liebevoll vom Pfarrer unterstützt, wenn sie ins stottern gerät. Mir grossem Applaus geht sie danach wieder zu ihrer Mutter zurück. Nach zwei Stunden verlassen wir leise den Gottesdienst, es ist schon 13'00 Uhr und wir wollen noch nach Nashville.

Am Abend des 13. November finden wir einen schönen Campingplatz im Music Valley, ganz in der Nähe des berühmten Opryland. Auch Mitte November ist es immer noch schwül-warm. Heute Morgen ist es sonnig, aber leider ziehen dicke Wolken auf. Schon eine Stunde später regnet es in strömen. Statt selber nach Nashville zu fahren, lassen wir uns von einem Minibus abholen der die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt anfährt. Leider wird uns der Regen den ganzen Nachmittag und Abend in unerschiedlicher Intensität begleiten. Was unsere Bewegungsfreiheit und das Fotografieren sehr einschränkt. So fahren wir am Riverfront Park und am Nachbau des hölzernen Fort Nashborough, das an die Gründung der Stadt erinnert, vorbei. Eine kleine Regenpause erlaubt uns in Downtown einen kurzen Spaziergang am Broadway und der Second Av. mit ihren stimmungsvollen Kneipen, Bars, Restaurants und Läden. Natürlich besuchen wir auch das Ryman Auditorium. Noch deutlich ist dem Theatersaal anzusehen, dass er ursprünglich ein Gospel Tabernacle war. Die hölzernen Kirchenbänke und Vitrinen voller Andenken, lassen die Glanzzeit der traditionellen Country Musik aufleben. Bei einer kurzen Begrüssung erfahren wir, dass der Ruf, das Ryman sei die "Mother Church of Country Music", so nicht stimmt. Es seien immer Künstler der verschiedensten Musikrichtungen hier aufgetreten. Zur Zeit gastiere hier eine junge Rockband. Na toll! Desswegen sind wir aber nicht her gekommen! Weiter wird uns erzählt: "Noch heute werden hier an 2 - 3 Abenden pro Woche Radiosendungen ausgestrahlt. Für hoffnungsvolle Sänger war und ist diese Sendung ausschlaggebend für ihre weitere Karriere". Mit einem Schmunzeln fügt er hinzu: "Unter den tausenden von Bewerbern war auch ein gewisser Elvis Presley, dem 1954 ein Opry-Mitarbeiter den guten Rat gab, doch besser weiterhin beim Lastwagen fahren zu bleiben". Um doch noch etwas live zu geniessen, nehmen wir im "Legends Corner" einen Drink und besuchen dann die als hervorragend gepriesene Country Music Hall of Fame. Aber das Theater ist geschlossen! So besuchen wir die Ausstellung mit Erinnerungsstücken von vielen Stars. Filme und Tonaufnahmen geben einen Einblick in die Geschichte und Entwicklung von seinen Wurzeln bis Heute. An Touchscreen-Computern können Lieder der jeweiligen Stars gehört werden und ein spezielles Program ermöglicht das eigene interviewen von Künstlern. Die Hauptausstellung ist mit Filmen und viel Musik dem Leben Ray Charles gewidmet. Schade finde ich, dass die vielen Leinwände und Computer das Konzentrieren auf ein Bild sehr schwierig machen. Ausserdem sind die verschiedenen Lautsprecher zu nah beieinander platziert. So hört man überall im Raum Musik aus verschiedenen Stilrichtungen, was den Genuss des Zuhörens doch sehr stört. Schade! Aber trotz  zum Teil intensiven Regens und der leisen Enttäuschung, dass sowohl im Ryman wie in der Country Music Hall of Fame unsere Hoffnung auf viiiel "Ländlermusik" nicht erfüllt wurde - es war ein guter Tag mit interessanten Einblicken.

Heute scheint die Sonne wieder und an unserem letzten Tag in Nashville wollen wir es noch einmal wissen. Wir haben ein Fahrt auf dem Show Boat "General Jackson" gebucht. Auf dieser Fahrt wird uns ein Buffet Lunch a Southern Style und eine Country Show versprochen. Was wir dann erleben übertreffen alle unsere Erwartungen. Der Mississippi-Dampfer ist wunderschön adventlich dekoriert. Das Gedeck, der Service und das Essen glatte 5 Sterne Wert und die Country Show einfach mitreissend. Wir erleben wunderschöne, stimmungvolle, fröhliche Stunden während die Landschaft am Cumberland River fast unbemerkt an uns vorbei gleitet. Heute ist ein Traum in Erfüllung gegangen und leise begleiten uns die hinreissenden Melodien in unseren Schlaf.