Auf in den Süden

Nach 2 Tagen mit Monika und Rolf im Tessin heisst unser erstes Ziel, ausserhalb der Schweiz, Genua. Wir freuen uns auf diese Stadt und alle ihre Sehenswürdigkeiten. Wir haben einen Campingplatz ganz in der Nähe vom alten Hafengelände gefunden. Weg vom Strassenlärm und doch ideal , um die europäische Kulturhauptstadt von 2004 zu erkunden. - Aber eben- erstens kommt es anders...! Das enge Gässchen, das als Zufahrt zum Platz befahren werden muss, ist aufgerissen und wird neu hergerichtet. In absehbarer Nähe ist kein anderer Platz auszumachen - so müssen wir, wohl oder übel, weiterfahren. Wieder einmal vertrösten wir uns aufs nächste Mal. Dafür geniessen wir die Ligurische Küste. Die Berge liefern die landschaftlich reizvolle  Kulisse zu den Badeorten und Fischerdörfern. Bevor die mondänen Badeorte der Riviera in Sicht kommen, entschliessen wir uns zu einem Abstecher ins Landesinnere. Sahen wir schon vor Genua grosse Reisfelder, wo der uns bekannte Vialone - Milchreis angebaut wird, begleiten uns  die landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen an der Cote d'Azur weiter. Vor allem in der Region um Nimes glänzen, jetzt im Frühling, die Wasserflächen der Reisfelder links und rechts der Strasse. Das Wetter ist herrlich warm und uns überraschen die Frühlings- und Sommerblumen die gleichzeitig ihre Düfte und Farben in verschwenderischer Fülle verschenken.

"Boisson bei Allègre. Parkgelände im Bereich eines alten Schlosses. Teils Terassen im Wald, teils ebene Wiese mit verschiedenen Anpflanzungen." Mit dieser Ankündigung im Campingführer ist unsere Neugier geweckt. Auch wenn wir nur wissen, dass das irgendwo zwischen Arles, Avingon und Alès sein muss.Also die Adresse im TomTom eingegeben und losgefahren. Nun lernen wir so richtig das Hinterland vom bekannten Longuedoc - Weingebiet kennen! Enge Strassen, kleine Dörfer, vereinzelte Gehöfte und nach jedem Hügel wieder neue, traumhafte Ein- und Ausblicke. Der Platz hält in jeder Beziehung was der Campingführer verspricht. Er liegt beim angrenzenden Dorf, mit engen Gässchen und alten Steinhäusern, die sich ängstlich an die grosse Kirche schmiegen, die auf dem Turm - anstelle eines Kreuzes - eine grosse, in der Nacht beleuchtete Madonnenfigur hat. Weil das Ganze an einem Hang steht, kann als Zugabe ein grandioser Ausblick übers Tal in die weite, aber hügelige Landschaft genossen werden. Gründe genug um eine Zusatznacht zu bleiben und uns damit einen zusätzlichen Tag hier zu schenken.

 Am nächsten Tag aber schnell auf die Autobahn in Richtung Spanien. Fürs Auge gibt es vor allem die Austernbänke in Perpignon - und dann müssen schon die Pyrenèen in Richtung Spanien überquert werden. in San Perez Del Pescador bewundern wir am Meer die vielen Windsurfer, die sich mit ihren Schirmen pfeilschnell durch die Wellen ziehen lassen. In Benicassim übernachten wir das letzte mal vor unserer Ankunft bei unserer Schwester und Schwägerin Hannelore in Els Poblets.  Uns erwartet eine tolle Woche in der Region um Denia mit Marktbesuchen, feinem Essen, gemütlichem Beisammensein und heissen Spielabenden. Am 2. Mai kommen Sonja und Ernst mit dem Flieger in Alicante an. Auch sie wollen, zum ersten mal, einige Tage Gastrecht bei Hannelore geniessen. Wir lassen uns, nach nur lauer Gegenwehr, gerne noch für 2 weitere Tage zum Bleiben überreden. An unserem letzten gemeinsamen Tag mieten wir ein grösseres Auto und fahren ins bergige Hinterland. Ueber diverse Bergpässe - auf den Anhöhen sieht man immer wieder das Meer - erreichen wir Guadaleste. Ein hübsches kleines Bergdorf das sich heute auf die Touristen eingestellt hat, aber ohne allzu aufdringlich zu sein. Besonders zu erwähnen sind das  Miniaturmuseum. Winzige Skulpturen und Bilder sind z. B. in einem Nadelöhr, auf der Spitze eines Menschenhaares, auf Samen oder Insektenaugen oder -flügeln zu sehen, sehr faszinierend. Genau wie das Puppenhausmuseum mit der grössten Krippe Europas ( oder der Welt?) die über das ganze Haus verteilt das ländliche Leben der Region um eine Krippe herum darstellt. Aber auch die Aussicht vom Dörfchen unterhalb der Burg zum Stausee, und zu den an den Hängen klebenden , weissen Dörfchen ist erwähnenswert.