Alaska

Nach einem Haushaltstag in Tok fahren wir heute nach Fairbanks, dem nördlichsten Punkt unserer Reise. Plötzlich stehen vor uns, auf und neben der Strasse, einige Camper - Unfall? Wir halten an um zu helfen und - stehen an einem kleinen See in dem, in nur ca. 50 M Entfernung, eine Elkuh seelenruhig grast. Langsam geht sie immer tiefer ins Wasser und damit auch näher zu uns. Immer wieder taucht sie mit dem Kopf unter um sich ein Maul voll abzureissen, geht immer tiefer bis von ihrem Körper nur noch der Nacken zu sehen ist. Langsam bewegt sie sich, ruhig weiterfressend, zum gegenüberliegenden Ufer und verschwindet dann im Wald. Das war so nah, dass einige Personen das Erlebnis bequem im Auto sitzend geniessen konnten. Grossartig! DER Tag kann bringen was er will - daaas ist bestimmt nicht zu überbieten! - Und dann landen wir mitten in der Weihnachtszeit und stehen vor einem riesigen Samichlaus der uns in sein Haus bittet. Der Weihnachtsmann, so glauben amerikanische Kinder, wohnt am Nordpol. So wurde das Dorf 'North Pole' eine wichtige Adresse für Kinderbriefe an den Santa Claus. Von dort verschickt der selbst mitten im Sommer präsente Weihnachtsmann seinerseits Briefe an Kinder in aller Welt. Natürlich haben auch wir uns im Santa Claus Haus verzaubern lassen und die Adresse von unserer Enkeltochter Michele dagelassen. Auf unserem Campingplatz treffen wir ein junges Schweizerpaar. Tanja und Philipp sind auch schon einige Zeit unterwegs. Sie reisten via Fernen Osten nach Kanada und bereisen Kanada in umgekehrter Richtung. Gegenseitig schöpfen wir aus unserer Fundgrube, geben und bekommen ganz tolle Tipps. So ziemlich das Beste was einem auf Reisen passieren kann. 

Heute fahren wir schon zum 2. X auf unserer Reise an der Trans Alaska Pipeline vorbei. Das erste mal war das am Tanana River. Dort bietet sich eine gute Gelegenheit, die an einer Hängebrücke fixierte Oelleitung aus der Nähe zu betrachten. Hier bei Fairbanks haben sie bei der Pipeline eine Informationsstelle eingerichtet, die Hanspeter natürlich besuchen will. Weil wir in Dawson City wohl die Schürfnarben eines Eimerkettenschwimmbaggers gesehen haben, die Maschine selber aber nur noch ein Schrotthaufen war, nutzen wir heute Nachmittag die Gelegenheit um die 'Gold Dredge Nr. 8' zu besichtigen. Die ganze Anlage mit den dazu gehörigen Warenschuppen, Wohn- und Waschhäusern sind gut erhalten und können besichtigt werden. Hanspeter ist so beeindruckt, dass er an einer Führung teilnimmt während ich mich lieber ins angenehm kühle Restaurant setze. Ich werde von einer Angestellten an einen grossen Tisch gebeten der bis auf einen Platz von einer Reisegesellschaft besetzt ist. Ohne grosse Umstände wird mir der Eisentopf mit einem herrlichen Gulasch hingestellt und ich bekomme dazu ein Brötchen, Butter, ein Blaubeerenkuchenstück und Tee. Als mir auch noch Kaffee angeboten wird, muss ich dankend ablehnen. So komme ich zu einem feinen Gratiszmittag und treffe mich mit Hanspeter danach bei der Goldwaschanlage. Er lässt es sich nicht nehmen, versucht sein Glück und holt tatsächlich einige Krümel raus. Glück für mich, weil ich sie in einem Anhänger geschenkt bekomme. An der Universität von Alaska ist auch ein Botanischer Garten angeschlossen.  Weil wir noch etwas Zeit haben, fahren wir hin. Interessant sind dort neben einer grossen bunten Blumenpracht die erstaundlich grossen Kohlköpfe, die nur in Alaska bis zu einem Gewicht von 35 Kg wachsen.

Unseren dritten und letzten Tag in Fairbanks wollen wir mit dem Riverboot auf dem Chena River verbringen. Ein herrliches Schiff mit einem grossen Heckrad das sich durch das Wasser schaufelt. Höhepunkte auf dieser 3,5 stündigen Fahrt sind die Flug- und Landedemonstrationen eines Wasserflugzeuges, der Zwischenstop in einem Dorf der Atabasca- Indianer und die Schlittenhunde von Susanne Butcher, die von der 4-fachen Iditarod-Siegerin persönlich vor ihrem Blockhaus am Fluss vorgeführt werden. Das Iditarodrennen wird seit 1973 durchgeführt, gilt als das Bedeutenste der Welt und führt von Anchorage nach Nome. Der Streckenrekord für die über 1700 Kilometer beträgt 8 Tage, 22 Stunden, 46 Minuten und 2 Sekunden. Als in Nome eine grosse Epidemie die Menschen dahinraffte, konnte das einzig verfügbare Serum in Anchorage wegen des schlechten Wetters nicht eingeflogen werden. So wurde das Medikament mit dem Zug nach Nenana gefahren wo es von einer Schlittenhundestaffel übernommen und schnellstmöglich nach Nome gebracht wurde. Das Iditarod Trail Sled Dog Race soll an diese Tat erinnern. Hier bei Susanne Butcher und im Indianerdorf erleben wir die Hunde ganz anders als in Dawson City. Sie sind fröhlich, verspielt, voller Tatendrang und ihr glänzendes Fell und der hocherhobene Schwanz sind weitere Zeichen ihrer Gesundheit und Sozialisation. Für mich ist ein ganz grosser Höhepunkt eine kleine Rentierherde die am Fluss weidet. Leider hat sie Hanspeter, mit der Kamera unterwegs, verpasst. Den Rest des Tages verbringen wir im Freizeit- Pionierpark. Einer Mischung aus Vergnügen, Museum und einer GoldrushTown.

Heute am 26.7. fahren wir weiter in Richtung Anchorage. Dabei halten wir in Nenana. Bekannt ist dieser kleine Ort am Zusammenfluss des Nenana- und Tanana Rivers vor allem wegen seiner Eiswette. Seit 1917 wird versucht auf die Minute vorauszusagen, wann im Frühling das Eis im Tenana River bricht. Das wird mit Hilfe eines Dreibeins aus Stahlrohr festgestellt. Ab Mitte März steht es auf dem Eis und ist mit einer Schnur mit einem Uhrschalter verbunden. Bricht das Eis, bewegt sich das Dreibein und die Leine stoppt die Uhr. Für 2,5 Dollar kann ein Los erworben werden. Wer der Zeit am nächsten kommt, erhält den ganzen 'Topf'! Die Eiswette ist in der Zwischenzeit so bekannt, das im Jackpot 2007 über 300'000 US-Dollar waren. Im Visitor Center erhalten wir ganz tolle Tipps für unsere Weiterreise. Weil der Denali NP um diese Zeit völlig überlaufen ist, verzichten wir auf den höchsten Berg der USA, dem Mount Mc Kinley. Wir geniessen während der Fahrt schöne Hochgebigspanoramen. Davor weite, von Seen, Flüssen und Mooren durchsetzte offene Hochflächen,  bis wir auf einer versteckten Abfahrt hinter Busch und Wald einen herrlichen Platz bei einem Biberdamm mit Blick auf das Vorgebirge der Alaska Rage finden.

Heute Morgen hat ein Hase mit uns gefrühstückt. Das heisst: Wir im Camper, er daneben. Trotz schönem Wetter bleiben wir im Auto um ihn nicht zu stören. Wie echte Amerikaner stopfen wir das Essen rein und glotzen dabei ins Fenster (statt TV) und geniessen den 'Tierfilm'. Unsere Weiterfahrt auf dem Parks Hwy führt durch eine wilde unberührte Landschaft. Die Strasse verläuft überwiegend an der Baumgrenze mit grossartigen Ausblicken auf die über 4 - 6'000er Berge der Alaska Range. Wir haben gehört, dass die Lachse auf ihrer jährlichen Laichwanderung in der Region angekommen sind. Auf einer kleinen Brücke sehen wir Menschen in den Bergbach starren und am Ufer stehen Angler. Das bedeutet: Sofort anhalten und am Brückengeländer stehend den Hintern in die Strasse strecken. Und Tatsächlich: Da sind sie! Wir erfahren, dass es 5 Sorten Lachs gibt und sie auch verschieden schmecken. - Ist mir doch egal - meine hier sind auf jeden Fall die schönsten! Na ja, wenigstens die Sorte ohne Hakenmaul. Auf unserem weiteren Weg passieren wir den Denali View North, einen Parkplatz mit Aussichtsfernrohren von dem man bei klarem Wetter einen tollen Blick auf den Berg der Berge, den Mount Denali (Mount Mc Kinley) hat. Statistisch gesehen soll das nur jeden 3. Tag sein. Wir haben gerade den 2,5 Tag erwischt. Die Wolken reissen kurz auf - und wir können eine Teilansicht geniessen. Beim Warten kommen wir mit einer jungen Schweizerfamilie ins Gespräch. Sie sind 10 Wochen unterwegs und eigentlich schon fast auf dem Heimweg. Susanne ist unser Ostschweizerdialekt aufgefallen und wieder teilen und geniessen wir unsere gegenseitigen Reiseerlebnisse. Dabei erzählen wir, dass wir mit Zuhause via Internet in Verbindung sind. Unser Handy funktionierte zwar in Australien, aber nicht auf dem Amerikanischen Kontinent. Nach der Verabschiedung, wir sind eben bei einem kleinen Imbis, klopft es ans Auto und mit einigen Infos meint Roland: " Wir haben so viel schönes und nettes erlebt und dachten, wir könnten das weitergeben - und ausserdem könnt ihr das brauchen, weil ihr noch länger unterwegs seit als wir", wird uns ein 4-Bandhandy geschenkt..... Wir können nur staunen, danken und --- uns fehlen die Worte. Alles, alles Liebe und Gute auch euch Vieren!

In Nenena erhielten wir im Visitor Center den Tip, dass die Hatcherpass Road eine interessante Umgehung der Hauptstrasse sei. Die überwiegend geschotterte Pass-Strasse mässiger Qualität führt in diversen Serpentinen aus dem Tal in baumlose Höhen. Mehrere ehemalige und noch aktive Goldminen säumen die Strecke. Sowas lassen wir uns natürlich nicht 2x sagen. Wir geniessen eine unglaublich wilde, raue Gebirgswelt. Das heisst: Ich geniesse mich festhaltend, Hanspeter konzentriert sich auf das Ausweichen der Schlaglöcher und unser 'Schnüfeli' tut sein bestes um da wieder raus zu kommen. Aber was wir sehen ist einfach grossartig! Alle Drei sind wir dankbar um die Erholungspause auf der Passhöhe und mir scheint, unser Van steht ganz stolz zwischen all den 4x4 Fahrzeugen und lässt sich für seine Leistung bewundern. Fast entäuschend schnell kommen wir beim Runterfahren auf eine geteerte Strasse und finden dann auch bald eine Schlafmöglichkeit. Es ist schon Abends um 7.30 Uhr, schnell noch ein Feuer machen zum Brot backen. Da es ja die ganze Nacht nicht dunkel wird, ist das gut möglich.

Heute am 22. Juli fahren wir durch das fruchtbare Matanuska Valley, der bedeutensten Landwirtschaftsregion von Alaska. Unter anderem wegen der extrem langen sommerlichen Sonnenscheindauer gibt es hier ideale Wachstumsbedingungen. Wir sehen sehr schöne Farmhäuser und gepflegte Gärten. Nicht weit von unserem heutigen Ziel, Anchorage, fällt uns ein Arbeitstrupp am Strassenrand auf. Alle sind gleich gekleidet, Vorne und hinten ein Auto mit der Aufschrift: 'Gefängnis-Strassenarbeiter'. Haben wir das nicht schon in Filmen gesehen? Die Aufseher aber auf Pferden? In moderner Form gibt es das immer noch! Ein ziemlich zwiespältiges Gefühl. Es sind alles junge Männer und es ist bestimmt nicht schön so ausgestellt zu sein. Anderseits haben sie trotz ihrer Jugend eine entsprechende 'Laufbahn ' hinter sich und es gibt ihnen die Möglichkeit der Allgemeinheit wieder etwas zurück zu geben - und sind an der frischen Luft. So und mit änlichen Argumenten diskutieren wir hin und her, aber das beklemmende Gefühl bleibt.

Hier in Anchorage müssen wir 4 Tage bleiben. Unser Camper braucht seinen 1. Oelwechsel und weil der Motor stottert hat Hanspeter mit einem Garagisten für Morgen einen Termin vereinbart. Wir nutzen die Zeit um die Stadt bei einer Rundfahrt kennen zu lernen. Sie liegt am Ende der tief ins Land reichenden Cook Inlet. Die Kenai Mountains im Süden halten einen Grossteil des vom Pazifik kommenden Regens ab, so dass die Winter im Vergleich mit Fairbanks relativ mild sind. Die Innenstadt glänzt mit ihrer Blumenpracht die in Rabatten, Kübeln und Hängekörben gedeihen. Es sollen insgesamt über 100'000 Anpflanzungen sein, die dem Ort ein freundliches Flair verleihen. Bei unserem Besuch im Public Lands Information Center werden wir mit Kaffee und Kuchen empfangen. Sie feiern heute ihren 20. Geburtstag. Derartig versüsst geniessen wir das ausgezeichnete Infoangebot natürlich doppelt. Dabei 'verschlafen' wir doch glatt, dass heute der 1. August ist und wir eigentlich auch einen Grund zum Feiern hätten. Dafür erwartet uns unser 'Schnüfeli' schon startbereit vor der Autogarage und um 500 Franken ärmer fahren wir nach Seward. Der Strassenverlauf durch die Kenai Mountains ist wunderschön. Bäche, Seen und Buchten , an denen die Sicht auf Belugawale versprochen wird, laden zu Zwischenstopps ein. Das Städtchen Seward an der Resurrection Bay zwischen hohen Eisbergen ist ein idealer Ausgangspunkt zum Besuch von 26! Gletschern und mit dem Schiff in die Fjorde des Kenai NP. Auf dieser Seite der Berge werden nun die Wolken vom Pazifik kommend aufgehalten. Für uns bedeutet das drei Tage zu warten, bis der graue Wolkendeckel sich endlich auflöst. Aber Morgen soll es besser werden und endlich buchen wir unsere Ganztagestour in die Fjorde.

Heute am 4. 8. um 10 Uhr legen wir zu unserer Rundfahrt ab. Es ist tatsächlich wärmer geworden. Dafür hängen die Wolken noch tiefer und es regnet. Das Wetter wird die ganzen 8,5 Stunden nicht besser und die so sehr gerühmte Landschaft gleitet unsichtbar im Nebeldunst an uns vorbei. Aber wir sehen viele Tiere! Springende Orkas und Buckelwale, Seeotter, Seelöwen, viele Seevögel und zum 1.x stehen wir ganz nah vor einem Gletscher und sehen die immer wieder abbrechenden Eismassen die ganz langsam an uns vorbei gleiten. Trotz der fehlenden Sonne sind wir die meisste Zeit der Fahrt draussen an der Reeling und geniessen das Schauspiel das uns die Natur schenkt! Aber wir vermissen die Bilder der Landschaft und beschliessen noch 2 Tage auszuharren. Vielleicht?... Und Endlich, am 6. 8. scheint die Sonne! Wir buchen noch einmal eine Halbtagestour. Trotz der hohen Kosten ist die Fahrt an der einmaligen Küste entlang und mit ihren Tieren etwas vom Besten das Alaska zu bieten hat. Wir haben: Seeottern beim Spielen zugeschaut, kleine Delphine - gezeichnet wie Orkas, sind mit uns um die Wette geschwommen, haben Seelöwen beim Gähnen in den Rachen geschaut, wurden von Weisskopf-Seeadlern begutachtet und von diversen nordischen Seevögeln umschwärmt. Auch haben wir schadenfreudig über das Gekreische der am Bug vorne stehenden Passagiere gelacht, als der Kpitän mit Absicht ganz nah unter eine Felswand fuhr, so dass ein herunterstürzender Wasserfall auf das Vorschiff trommelte. Ausserdem haben wir den schneeweissen Bergziegen in die Kinderstube geschaut. Zusammen mit der herrlichen Fjordlandschaft, den schroffen Klippen, den Wäldern, Gletschern, Bergen und Vogelinseln einfach sagenhaft schön. Wir sind froh, dass wir die insgesammt 5 Tage in Seward geblieben sind.

Auf unserer Rückreise nach Anchorage übernachten wir im Chugach National Forest und bleiben gleich für zwei Nächte. Das gibt uns die Möglichkeit ein kleines Stück auf einem der vielen Wanderwege zu gehen. Der Trail ist 23 Meilen lang und man muss mit 2 - 3 Tagen bis zum Ziel rechnen. Es fällt uns immer wieder auf, dass Wanderer, Reiter und Mountain Biker grosse Hunde, Bärensrray oder sogar Schusswaffen dabei haben um sich gegen die Wildtiere zu schützen. Da wir nichts von alledem - und auch nicht eine grosse Wildniserfahrung - besitzen, sind wir lieber vorsichtig und lassen uns nicht auf grosse Abenteuer ein.

Auf der Weiterfahrt machen wir einen Abstecher zum Wildlife Conservation Center bei Whittier. Die Nonprofitorganisation mit dem Ziel Tiere zu pflegen und zu züchten um sie wieder in der Wildnis einzugliedern, wurde uns im Visitor Center wärmstens empfohlen. Tiere die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr zurückgeführt werden können, bekommen ein artgerechtes Zuhause das ihrem natürlichen Lebensraum entspricht. Das gibt den Besuchern die Möglichkeit Wildtiere zu beobachten und die Chancen sind gross, dass man sie nah genug sieht um schöne Fotos zu machen. Wir haben die Freude und sehen Rentiere. Karibus, Moschusochsen, eine Wald-Bisonherde, Elche, Schwarz- und Braunbären und unser Fotogerät läuft heiss! Nach diesem tollen Tiererlebnis haben wir noch keine Lust nach Anchorage zu fahren und schlafen neben dem Steward Hwy bei einer kleinen Lagune hinter Büschen versteckt.

Auf der Weiterfahrt am nächsten Morgen fängt der Motor unseres Campers wieder zu stottern an. Wir fahren darum sofort 'unsere' Garage an um noch einmal einen Termin zu bekommen. Aber da heisst es: "Sorry, frühestens in 3 Tagen". Das bedeutet innert 6 Wochen schon den 2. Zwangsaufenthalt wegen des Autos. Ziemlich ärgerlich! Hoffentlich gibt's nicht noch einmal eine so hohe Rechnung!

Heute am 13.! August können wir endlich zur Autowerkstatt. Es sieht nicht gut aus. Während der Arbeit am Fahrzeug hat sich plötzlich der Schlauch vom Getriebe gelöst und das ganze Oel ist ausgelaufen. Der Werkstattchef informiert uns. "Das Problem war bekannt. Der Schlauch war nur behelfsmässig mit Isolierband befestigt. Sie haben grosses Glück gehabt, dass er sich nicht während der Fahrt gelöst hat. Da hätten sie dann wirklich ein Problem gehabt! Weil das Auto schon älter ist, finden wir keine passende Teile mehr. Dodge hat das System geändert und hat nichts mehr am Lager. Wir versuchen nun bei den Abbruchhändlern etwas zu finden. Bis das repariert ist, können wir nicht am Zündungssystem arbeiten, weil wir für die nötigen Messungen den Motor laufen lassen müssen". Uns wird's Angst und Bange. Ob wir zur Not wohl im Camper in der Garage übernachten dürfen? Wir sind um 8.°° Uhr hierher gefahren. Um 15.30 Uhr kommt der Werkstattchef freudestrahlend mit der Nachricht: " Wir haben etwas passendes gefunden. Jetzt geht es weiter". Kurz vor Feierabend findet die Probefahrt statt. Trotz aller Bemühungen ist immer noch ein kleines Stottern zu spüren. Er rät uns nur noch Super zu tanken. Oft würden die Tankwarte das billigere Normalbenzin mit Wasser strecken. Eventuell seien wir an so eine Tankstelle geraten. Zum Anschied schenkt er uns noch 2 Flaschen eines Treibstoffzusatzes das dem Benzin das Wasser entzieht. "Füllt je eine Flasche beim nächsten Tanken mit ein. Dann solltet ihr hoffentlich Ruhe haben. Alles Gute und geniesst eure Reise". Das haben wir vor. Trotz der fast noch einmal 500fränkigen Rechnung. Wir sind aber der Meinung, dass zwei so hohe Reparaturkosten innerhalb von 4 respektive 6 Wochen, zusammen mit der 'Klebereparatur' des Oelschlauches eindeutig das übliche Mass überschreitet. Wir wollen darum mit dem Vermieter und Globetrotter in Winterthur Kontakt aufnehmen. Immerhin hat uns das neben fast 1000 Franken auch 2x eine mehrtägige Zwangspause gekostet. Ganz zu schweigen von der persönlichen Entäuschung und dem Aerger.

Nach dem aufregenden und aufreibenden Werkstatt-Tag haben wir gestern unsere Nerven mit einer Wanderung am Eagle River durch einen unberührten Fichten- und Birkenwald wieder gestärkt. Von Globetrotter Winterthur ist ein Antwortmail und die Kopie ihres Schreibens an unseren Campervermieter gekommen. So fahren wir heute guten Mutes nach Tok weiter. Auch auf dieser Fahrt geniessen wir einmal mehr den Blick auf eine grossartige Landschaft mit Seen, Sumpfwiesen, lockeres Buschland und in der Ferne Hügel und Berge. Höhepunkte auf unserer heutigen Fahrt sind der nahe Matanutka Gletscher und eine Elchkuh die mit ihren beiden Jungen neben der Strasse grast. Am Abend erreichen wir Tok und bekommen wieder 'unseren' Platz auf dem Campground. Hier hat unsere Alaskarundreise vor 27 Tagen begonnen. Von hier zur kanadischen Grenze sind es nur noch 111 Meilen.